BURAPA PATTAYA BIKE WEEK 2013

01. March 2013

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Pattaya, Thailands Honky Tonk Town am Golf, rund 200 km südöstlich von Bangkok ist in den Augen konservativ denkenden Zeitgenossen das Sodom und Gomorra in Hinsicht auf Sex and Drugs and Rock’n Roll.
Entstanden ist der schlechte Ruf des damals kleinen Fischernestes Pattaya bereits in den 60er Jahren, als abgekämpfte Us-GI’s aus Vietnams Dschungeln nach Thailand zur „Erholung“ geflogen wurden. Und was war wichtig für die Jungs?- Sex and Drugs and Rock’n Roll, um den Horror des Vietnamkrieges für ein paar Stunden zu vergessen.

Bereits in den 70er Jahren wurde Pattaya zivil- touristisch und da die Mädels noch da waren und die Drogen auch spielte man weiter Rock’n Roll und kaum etwas änderte sich.

Klar ist, dass in dieses Szenario auch die Rocker passen- es ist ihre Welt. Fast alle großen internationalen Motorcycle-Clubs sind heute in Pattaya ansässig: Hells Angels, Outlaws, Mongols, Gremium, Bandidos, sowie schier unzählige kleinere Clubs, die sich ebenfalls als Einprozenter MC’s sehen: Burapa, Sharkriders, Mad Dogs, Iron Horses und selbst die Russen fehlen nicht mit ihrem Russian Veterans.
Und das Geile daran ist, alle verstehen sich untereinander und zollen sich Respekt, ein Ding was uns fast undenkbar erscheint, blickt man auf die ständigen Scharmützel, die sich Rocker hierzulande liefern. Pattaya scheint zu beweisen, dass Rockerclubs auch ohne Mord und Todschlag nebeneinander existieren können. War das die Grundidee zum Motto der diesjährigen Bike Week: „War is over-Ride for peace“ – ?


Ältester ansässiger Motorcycle Club in Pattaya ist der Burapa MC, ein Rockerclub mit internationalen Membern: Thais, Deutsche, Schweizer und soweiter. Vor 16 Jahren gegründet begannen die Biker des Clubs schon bald mit der ersten Bike Week in Jomtien.
Viele Jahre fand die Bike Week im Stadion des heutigen Ortsteils von Pattaya statt, bis sie im vergangenen Jahr aus allen Nähten platzte.



Die Burapa Pattaya Bike Week war zur größten Bikerparty Südostasiens mit mehr als 20.000 Besuchern gewachsen. So entschloss man sich in diesem Jahr den Standort zu verlegen. In den Weinbergen am Silverlake unterhalb des Buddha Berges fand sich in idyllischer Umgebung der geeignete Platz- zwar nicht mehr so verkehrsgünstig wie zuvor, doch in 20 km Entfernung von Pattaya immernoch gut mit dem Bike oder einem anderen privaten Verkehrsmittel zu erreichen.

Der 15. und 16. Februar waren die Partytage am Buddhaberg, doch schon am 13. abends veranstalteten die Hells Angels eine große Charity Fight Night im World Boxing Stadion von Pattaya im Muang Thai (thaiboxen) mit internationalen Fightern.
Nach Sonnenuntergang donnerten hunderte schwere Maschinen vor das Station, man begrüßte sich brüderlich trank ein- zwei Chan oder Singha und ab gings an den Boxring. Das Stadion war gut gefüllt: Angels aus Thailand, Norwegen, Deutschland und Schweden, Mad Dogs, Death Messengers, Burapa, Sharkrider und jede Menge „zivile“ Schaulustige. Und schon gings los: Thaiboxen, wie wir es lieben. 10 Kämpfe sind angesetzt, dabei ein Ladysfight zwischen einer Thai, die wie ein Kerl aussieht und einer Italienerin, die kräftig eine verpaßt bekommt. Höhepunkt des Abends war ein Kampf zwischen einem Thai und einem Australier, der den Fight für sich entscheiden konnte.
Nach der gelungenen Veranstaltung gings zum Other Place und die Party ging bis in den frühen Morgen.



Am Donnerstag feiereten die Sharkrider ihr fünfzehnjähriges Bestehen. In der zünftigen Clubbar an der Soi Buakhao gab es zu Life-Mucke reichlich zu trinken und feinstes BBQ vom Grill. Auch hier beste Laune und alle schauten mal vorbei quatschten was miteinander und verschwanden dann wieder in der tropischen Nacht voller Tingeltangel Bars.



Und dann Bike Week! Eigentlich sind ja zwei Tage etwas wenig für eine Bikeweek, doch was die Jungs vom Burapa MC da mit ihren Helfern in dreimonatiger Vorbereitung auf die Beine gestellt hatten, war echt Spitze. Angefangen bei den Dekos in Form von Strohpuppen, die den Weg zum Festplatz säumten, jede anders. Bunte Girlanden aus Stoff mit den Schriftzügen zur Bike Week : War is over! Love! Ride for peace! Schmückten viele Durchfahrten zum Platz. In den Seen Fontainen und dann der Platz: eine riesen Bühne am Hang, von der ab Mittag life-Mucke donnert, darunter im Westernstyle eine Art Dorf mit Shops für alles Erdenkliche was Biker brauchen könnten: Wallets und Gürtel aus exotischen Ledern, Messer, teils mit Waffenscheinpflicht, Brillen mit Regenbogengläsern, dem Peacethema entsprechend. Dazwischen Tipis in denen Indianerschmuck oder Pfeifen für den unterschiedlichsten Gebrauch angeboten wurde und weidende Pferde einer thailändischen Cowboytruppe, die ihre Lasso- und Reiterkunststücke zeigen.



Am Berg dann ein riesen Feldlager für Militariafans. Der Rumpf eines Flugzeuges ist Verkaufsstand für Camouflage, Tarnetze, Zelte und andere Utensilien. Als Deko stehen alte Willys Jeeps im Gelände, einer hat einen Anhänger mit ne Bombenattrappe. Oder echt????
Links daneben gibt es Oldtimer zu bestaunen, darunter diverse Hotrods, die dann auch übers Gelände brettern.



Den ganzen Tag action , Spass und super Partylaune!

Und dann die Fressmeile: Zig Stände mit Woks, auf denen Thaifood gebrutzelt wird, ab und an auch mal was typisch amilandmäßiges: Hotdogs und Hamburger, doch da hält man sich doch nicht lange auf. Bierstände, Cocktailbars und ein Promotionstand von Jack Daniels reihen sich ein. Gemütlich macht es sich der Besucher auf Strohballen, die überall zum Relaxen und Abhängen einladen.
Die Händlermeile ist riesig: T-shirts, Harleyklamotten, ob fake oder nicht, spielt keine Rolle, Boots, Motorradteile, Flaggen, Hüte und Caps, Schmuck, Werkzeug- alles ist da.
Die MC’s bieten ihr Merchandise an, alles bezahlbar. Und das ist im Gegensatz zu amerikanischen oder europäischen Motorradevents geil: kein t-shirt kostet umgerechnet mehr als 10 Euro, die meisten weniger. Gleiches trifft auf Essen und Trinken zu und das Ganze ohne einen Bath Eintritt zu verlangen. Hut ab!


Als die Temperaturen am Nachmittag von fast 40°C auf annehmbare 30°C sinken füllt sich der Platz. Tausende Scooterfahrer rollen an, dazwischen die schweren Bikes: Harleys, verseht sich, Hondas, Triumphs, Kawas, Gespanne und Bikes, die noch kein Mensch zuvor gesehen hat. Das macht Bock! Klar werden die Scooter von den Großen getrennt, doch das so etwas überhaupt geht, zeigt die Tolleranz des Veranstalters. Große Bikes sind extrem teuer in Thailand, wegen der hohen Steuern, also läßt man auch die Kleinen auf den Platz, keine Überheblichkeit oder Arroganz, everybody is welcome!


Und so ist auch die Gesamtstimmung. Bikergruppen hängen überall ab, man trinkt und ißt, quatscht und läßt den Joint kreisen. Fremde werden eingeladen Platz zu nehmen, keiner muss sich allein oder ausgeschlossen fühlen.
Zwischendurch kleine Umzüge mit kostümierten Gestaltem: Indianer, Aliens, Geister, ganz schön verrückt das Ganze, rund um die Uhr Aktionen.


Von der Hauptbühne hämmert der Beat. Im Nachthimmel explodieren Feuerwerkskörper die den Festplatz illuminieren. Auf einer weiteren Bühne treten ebenfalls Musiker auf, weit genug entfernt um mit den anderen in musikalischen Konflikt zu kommen.
Es gibt eine GoGo-Disco bestehend aus im Kreis aufgestellten LED-illuminierten Pickups,auf denen bildhübsche Thaidamen zu Techno und Rock die Hüften kreisen- nicht übel.



Nun und die Bikes auf der Burapa Bike Week sind auch nicht schlecht. Die Asiaten sind bekannt für ihre Tüftelarbeiten und ihre Liebe für Verspieltes, was sich in vielen Bikes wiederspiegelt. Alles ist vertreten: von Oldschool bis Metric. Besonderes Aufsehen erregten die Chopper des Horse Rider MC aus Bangkok. Vierzylinder Hondamotoren in Highnecks verbaut machen viel her und haben auch richtig Power.


East Coast Choppers aus Chonburi stellt modernste Technik bei seinen V-Rod und Softailumbauten vor und Iron Horse aus Pattaya hat auch so manches schöne Teil auf Harley Basis am Start. Und K2 stellt Vintage-Bikes und Oldschool vor.
Einen großen Stand hat FBD (Fat Boy Design) aus Samutprakarn. Mehr als 10 Harley Customs werden hier gezeigt und bewundert. Und so mancher liebäugelt mit dem Kauf eines Bikes- wäre da nicht der Preis und der ist gepfeffert in Thailand. So ist es wirklich nur Gutbetuchten vorbehalten Custom-Bikes von Harley Davidson in Thailand zu fahren.


Der große Teil der Bikergemeinde von Südostasien gibt sich deshalb auch mit preiswerteren Bikes zufrieden. Was solls, Biker wollen fahren, egal womit. Und die sind auch geil!!!!!!!!!!



Am Samstag sind alle ziemlich fertig vom Vorabend, so ist zwar auf dem Platz jede Mende los, es werden Reiterspiele gezeigt, Custombikes prämiert, kleine Umzüge veranstaltet und natürlich die Parade vorbereitet. Die startet dann gegen 16 Uhr in Richtung Pattaya mit Bike-Polizeieskorte, sonst ginge garnichts im Verkehrschaos Pattayas und gegen fünf donnern die Biker über die Beachroad der Stadt.

Der Trip zur Pattaya Bike Week war auf jeden Fall die Reise wert. Anders als das, was man von Europa oder den USA kennt, nicht so kommerziell, lockerer und was die Clubs anbetrifft fast familiär.
Ein riesiges Lob an die Jungs vom Burapa MC. Sie haben alles gegeben, um aus der 16. Burapa Bike Week ein unvergessliches Fest zu machen, sie haben tolle Ideen umgesetzt, interessante Aussteller auf den Platz gebracht und für Super -Mucke und Unterhaltung gesorgt. Es gab zu keiner Zeit Langeweile oder Stress. Die Preise waren typisch thailändisch bezahlbar und die Kulisse am Buddha Berg einmalig. Hut ab und kop khun kap!





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