HAMBURG HARLEY DAYS 2011
biker.de war dabei
29. June 2011
Ich sitze am 24. Juni auf dem Condorflug von Mallorca, meinem momentanen Domizil, nach Hamburg, wo ich für biker.de über die Hamburg Harley Days berichten möchte.
Kurz nach dem Start begrüßt uns der Captain, der (die) eine Frau ist, recht cool mit ungefähr dieser Ansage: "Liebe Fluggäste, hier spricht Ihr Kapitän, ich werde Sie nach Hamburg fliegen. Dort ist für Sie das Urlaubswetter vorbei, es erwarten Sie 15°C, stahlgrauer Himmel, Wind- und Regenschauer, aber ab Dienstag soll es wieder besser werden."
Bruderschaft
Super Ansage, aber die Wenigsten die Mitreisenden wollen zu den Harley Days.
Kurz vor der Landung revidiert Frau Captain Ihre Wettervorhersage - Hamburg ist doch nicht so schlimm, wie zunächst erwartet.
Video zu den Hamburger Harley Days 2011
Die Biker, die bei den Hamburg Harley Days dabei sein wollen, hätte wohl auch die Schlechtwetterwarnung nicht von ihrer Teilnahme abgehalten. Im Großmarktgelände direkt an der Elbe ist der Festplatz aufgebaut. Entlang der Mainstreet reihen sich die Gastro- und Verkaufsstände, keine Bikerwünsche offen lassen. Eine Vielzahl unterschiedlichster "Fressbuden" vom Fischmarktstand bis zu Crepes unterm Eifelturm, vom Würstchenstand bis zum Chinaladen ist fast alles vorhanden. Dazwischen Saloons vom Hard Rock Cafe oder von Jever.

Helmpflicht mal anderes ;-)

Ständig donnern die Ironhorses vorbei, keine Sau scheint sich an Phonvorgaben zu halten und so ist die Stimmung super. Applaus gibt es immer wieder, wenn kleine Burn-outs für Qualm sorgen, das ist für den Hamburger wie Räucheraal. Und da das Wetter mitspielt, hängt Biker oder Bikerin relaxt ab.

Im Hard Rock Cafe und in einigen Saloons drehen sich die ersten Girls um die Stangen - Dollhousebabes vom Kiez, die zeigen, was sie drauf und im engen T-Shirt haben. Das ist Hamburg, wie man es sich vorstellt: bunt, quirlig und ein wenig verrucht, da ist der Schicki-Micki Jungfernstieg weit weg.
Hangover??????

Wer mochte, konnte die neuen Modelle der Milwaukee-Factory testen. Die Demorides erforderten lediglich die Vorlage der Lizenz zum Fahren und einen klaren Kopf. Danach konnte man zum Vertragsdealer gehen und sich seinen Traum auf zwei Rädern kaufvertraglich erfüllen.
Wer das Besondere sucht, wird bei Fred Kodlin fündig. Der präsentiert seine 131 cui Bagger auf dem Spielbudenplatz an der Reeperbahn im Kiez. Diese Tourer sind die aktuellen Kreationen des seit mehr als 30 Jahren in der Customszene angesagten Borkeners und sie garantieren Fahrspaß ohne Limit. Eyecatcher sind die bis zu 30 Zoll messenden Vorderräder und die Artworks in Lack von Marcel Sinwell.

Rund 50.000 € kosten die Teile und am Freitag sind bereits 10 Stück verkauft, individuelle Wünsche sind im Preis inbegriffen. "Das versteht sich von selbst", sagt der etwas übermüdete Fred Kodlin, denn der Abend davor war lang.
Mittlerweile ist es in der weltweit bekannten Hamburger Szenemeile voll geworden. Entlang der Reeperbahn parken nun die Bikes. In den Bars wird zünftig abgefeiert. Bei Keese sitzt man draußen und betrachtet das Treiben on the road; in der Ritze, der Wiege des hanseatischen Boxsports schaut man sich am Flatscreen diverse Fights an - der sagenumwobene Trainigsraum im Keller der Lokalität hat heute musealen Charakter und wird nur zu besonderen Anlässen gezeigt. Die Bürgersteige sind prall gefüllt mit Bikern, Party- und Puffgängern, Freiern und Kieztouristen unter die sich die im US-Style kostümierten Cops der Davidwache gemischt hatten, um für Recht und Ordnung zu sorgen - nicht ganz so cool, wie in verschiedenen Sendungen der öffentlich-rechtlichen TV-Sendern dargestellt, aber was geht da schon, wenn die Überzahl der sogenannten Outlaws so erdrückend ist, da wollte sich wohl keiner der blauen Jungs einen zusätzlichen Pickel auf der Schulterklappe verdienen. und so war die Atmosphäre doch eher entspannt.

Am Samstag traf dann die Wettervorhersage unserer bereits erwähnten Condorpilotin zu.
Dunkle Wolken bedeckten den Himmel von Hamburg, der Wind wehte etwas heftiger und vereinzelt fielen Regentropfen, aber der Donner kam von den Harleys, denn Biker lassen sich nicht so schnell vom Wettergott verschrecken.
So lief das Programm der Hamburg Harley Days 2011 am Großmarkt ab, wie geplant und bereits erwähnt.
Auf der Showbühne standen diesmal 5 Bands: Abi Wallenstein & Friends aus Hamburg gegen Mittag, um 15 Uhr Boppin B mit Rock 'n Roll und Rockabilly, Gil Edwards & the Knuckleheads aus Skandinavien und kurz nach 19 Uhr erschien Doc Holliday aus Macon/Georgia/USA, der auf seiner 30th Anniversary & Farewell-Tour Station in Hamburg machte und das Publikum mit Southern Rock begeisterte.
Das musikalische Programm wurde von den Jungs von Ohrenschmaus aus St. Pauli mit dreckigem Vollgasrock beendet - sehr ohrenfreundlich!
Auf der Mönckebergstraße in Hauptbahnhofsnähe stellten sich derweil die Teilnehmer der Ride-In Show auf. In dieser Bikeshow können Bikes in den Kategorien Sportster, Chopper, Bigtwin, V-Rod, Gespann, Oldtimer und Radical aufgestellt werden. Eine Fachjury entscheidet dann über die Plätze 3-1, die gegen 15 Uhr auf der Bühne verliehen wurden.
Zusätzlich wurde ein von Jever gesponsorter Publikumspreis vergeben: eine limitierte Jeverflasche, speziell für dieses Event kreiert.
Die zur Wahl gestellten Bikes konnten es locker mit weltweitbekannten Bikeshows, wie denen der Daytona Beach Bikeweek (Rat’s Hole ), Sturgis oder Dubai aufnehmen. Die Ride-In Show der Hamburg Harley Days gehört mittlerweile zu den Top Drei der großen Shows. Ja!, die Deutschen haben's halt auch drauf!

Helm ab! Zum Gebet!
Am Sonntag versammeln sich rund 30.000 Biker mit ihren Motorrädern der verschiedensten Hersteller und stellen sich zur großen Abschlussparade auf der Willy Brandt Strasse am Hamburger Michel auf. Von dort wird um 14 Uhr ein Bikergottesdienst auf die schier endlos erscheinende Masse aus Mensch und Moped übertragen. 30 Minuten dauert dieser Gottesdienst und dann heißt es: "Motoren an!".
30.000 Maschinen werden gestartet und lassen Hamburg bis in seine Grundfesten erzittern.
Mit Gebrüll donnert der Korso los, Block für Block, eskortiert von den MoGo-Bikern macht sich auf die Paradetour. Tausende Schaulustige applaudierten den Bikern und bei manchem wird sich wohl auch der Wunsch zum eigenen Bike eingestellt haben - einem Rest von Freiheit und Abenteuer in unserer sonst so reglementierten Welt.
Fazit: Drei Tage lang war die Luft von Hamburg benzingeschwängert und vom Donnern der Motoren erfüllt. Es gab drei Tage Bikerspaß fast ohne Grenzen, und für die Stadt Hamburg klingelte es im Geldbeutel. Wohl der Hauptgrund, dass der Veranstalter für weitere 5 Jahre die feste Zusage zur Fortsetzung der Hamburg Harley Days von der Stadt bekommen hat.
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weitere Informationen, Bilder und Videos zu den Hamburg Harley Days gibt es hier:
Harley Culture - die schönsten Bikes der Hamburg Harley Days 2011
Vom 24. bis 26. Juni 2011 steigen die Hamburg Harley Days
Hamburg Harley Days 2011 - Back for good
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Kommentare
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saroma---- du bist ein schätzken :o)) sfg**
kein problem schnette... heiabett is schon resverviert für dich, sfg
BIGTWIN....!!! und wir sind uns nicht über den weg gelaufen :o( °grins
Ich kann den Bericht nur bestätigen.Hat Spaß gemacht,wie jedes Jahr.
jaaa die war saugeill.... nächstes jahr wir beide saroma ..... und gönnen uns was feines °lach .....
wie jedes jahr aufs neue... einfach perfekt...
vor allem die aftershowparty auf'm kiez...
war auch da mega genjal..... wetter hätte etwas besser sein können !!! lg ^^v^^