TREIBJAGD - vom Cop zum Outlaw
von Tim K.
12. December 2011 In Treibjagd erzählt Tim K. seine Geschichte, die von einem eher ungewöhnlichen Wechsel, nämlich vom Polizisten zum Outlaw, berichtet. Tim K.’s Geschichte erzählt von seinen Jugendträumen Profi im American Football zu werden. Er spielt bei den Dolphins in Paderborn und geht später für ein Jahr in die USA, wo er ein Studium beginnt und für die Unimannschaft aufläuft. Aus Heimweh kehrt er nach Paderborn zurück, wo er erneut bei seiner ehemaligen Mannschaft spielt.
Nach der Bundeswehr erlernt er den Beruf des Bankkaufmanns, der ihm aber nicht zusagt. So bewirb er sich bei der Polizei mit dem Ziel zum SEK zu gehen, gewissermaßen als „Guter“, der die „Bösen“ verfolgt.
Dort kommt er mit dem Rotlichtmilieu in Berührung und lernt Toni, einen Hells Angel aus dem Hannover Charter kennen und freundet sich mit ihm an.. Beide Begegnungen passen nicht zum Job eines Cops beim SEK. Und umgekehrt sind die Angels sehr skeptisch, was die Freundschaft eines Members zu einem Polizisten angeht.
So beginnt die „Treibjagd“. Tim K. wird in mehreren Gesprächen mit seinen Vorgesetzten von der Unmöglichkeit einer solchen Beziehung zum Milieu verwarnt, Kollegen schneiden ihn.
Der Druck der Dienstelle und die Unvereinbarkeit von Beruf und Freizeit machen Tim K. schwer zu schaffen, doch er bricht seine Kontakte und Freundschaften zu den Rockern nicht ab, läßt sich vielmehr tätowieren, um Verbundenheit zu den Hells Angels zu signalisieren.
Auch hält er sich immer häufiger am Steintor auf, was letztendlich dazu führt, dass ihm eine quasi Zugehörigkeit zum organisierten Verbrechen zugeschrieben wird. Doch seine engen Kontakte zu den rot-weißen Rockern verflüchtigen sich und Tim K. wird Prospect bei den Outlaws, was sein eigentliches Ende bei der Polizei bedeutet.
Es ergeht Strafbefehl, eine Hausdurchsuchung folgt - Tim K. kommt in den Knast. Hier zerbricht seine Idealvorstellung die er mit dem Polizeidienst verbunden hatte völlig. Nach sieben Monaten U-Haft wird Tim K. zu einer Bewährungstrafe verurteilt.
Tim K. hat seine Geschichte vom Bullen zum Rocker im Knast geschrieben. Es handelt von seiner Enttäuschung zum System der Staatsdiener, aber auch von schlechten Erfahrungen, die er mit den Hells Angels gemacht hat.
Heute hält er sich von seiner Heimatregion fern. Zu viele Schikanen durch ehemalige Kollegen bewogen ihn, den Wohnort zu wechsel.
Ein interessantes Buch aus der Sicht eines Ex-Polizisten, der sich zum Rocker und Einprozenter entschieden hat.
Statt Verlag KG Berlin
Hardcover, bebildert
Bestellung über: bestellung@stattverlag.de
Preis: 19,90
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Nachtrag:
Inzwischen erreichte uns vom Stattverlag, der das Buch verlegt, die Info, dass per Gericht zwei einstweilige Verfügungen gegen verschiedene Inhalte des Buches verhängt wurden und Treibjagd nun in zensierter Form mit neuer ISBN ( ISBN 978-3-937542-09-6) und einem „Zensiert-Balken“ angeboten wird.
Mit dem Antragsteller zur einstweiligen Verfügung, dem Bielefelder Präsidenten des HAMC hat man sich „verglichen“, mit dem zweiten, einem Polizeiarzt, gab es keine Einigung. Die ihn betreffenden Passagen müssen in der zensierten Ausgabe unkenntlich gemacht werden.
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Aber nun noch mal zu Tim K., dem Verfasser von Treibjagd: Er stammt aus einer bürgerlichen Familie. Sein Vater, zu dem er „aufblickt“ ist Polizeikommisar . Tim K. besucht ganz normal die Schule, spielt gut American Football in Paderborn und später, während seiner Collegezeit in den USA auch dort. Doch Heimweh treibt ihn bald wieder in die niedersächsische Provinz, wo er eine Lehrte als Bankkaufmann macht. Tim K. ist ein hervorragender Sportler, nicht nur im Football, auch in diversen asiatischen Kampfsportarten und da er sich hinter einem Bankschalter unwohl fühlt, bewirbt er sich beim SEK (Spezial Einsatz Kommando), wo er nach entsprechenden Test auch aufgenommen wird.
Bald begreift er dort, dass auch das nicht sein „Ding“ ist und scheidet beim SEK aus und geht in den Schutzbereich der Polizei.
Als er sich eine Harley Davidson leistet, er lässt sie sich von Toni, einem Member der Hells Angels, der eine Werkstatt betreibt, bauen, kommt es zu ersten Kontakten zwischen Staatsdiener und Rockern- nicht gerade eine normale Konstellation- weiss man doch, dass die einen die „Guten“ und die anderen die „Bösen“ sind.
Toni, der Harley-Schrauber, bekommt als Erster Probleme mit seinem Club, den er mit einem „bad standing“ verlassen muss, einer der Gründe ist da wohl auch sein „Umgang“ mit dem Polizisten Tim K.
Um seinen Freund Toni beim großen Falk G.* in Hannover zu rehabilitieren, versucht er recht diletantisch und über dubiose Kanäle an polizeiinterne top secret-Unterlagen zu kommen, sein weiteres Ziel ist es irgendwann einmal die Kutte der Hells Angels zu tragen. Dass das nicht funktioniert dürfte jedem, der sich ein wenig in der Bikerszene auskennt, klar sein.
Gleichzeitig hält sich Tim K. im Rotlichtmillieu auf, trifft auf eine Prostituierte, die für Albaner anschafft, verliebt sich in sie und möchte ihr aus ihrer „beschissenen“ Situation heraus helfen. Er „befreit“ sie aus Albanerhand, richtet ihr eine Wohnung ein, eine seiner eigenen, und „beschützt“ sie fortan selbst. Sie ist jedoch nicht die einizige Prostituierte, zu der er Kontakt hat. Eine weitere Wohnung aus seinem „Stock“ vermietet er an Sorena, die in Zürich „anschafft“, aber ab und an auch in Deutschland und letztendlich hilft er auf die gleicher Art und Weise seiner Freundin Katharina, einer russischen Pädagogikstudentin, an die schnelle Kohle zu kommen. Im Millieu nennt man das einen „Wirtschafter“ in Köln ist das schlichtweg ein Lude.
Das eine solch widersprüchliche Lebensart, gerade in der Provinz, nicht verborgen bleibt, dürfte jedem klar sein und so ist der Konflikt zwischen Tim K. und seinem Arbeitgeber vorprogrammiert und endet im Disaster.
Treibjagd ist eine subjektiv vorgetragene Lebensabschnittsgeschichte eines Menschen, der vorgibt, immer nur das Beste für andere, insbesondere seine Freunde, getan haben will und von den meisten von ihnen bitter enttäuscht wurde. Leider muss man ihm eine gehörige Portion Naivität unterstellen, denn in der Realität vertragen sich Feuer und Wasser nur schlecht.
* Falk G. ist ein Pseudonym für den Präsidenten des HAMC Hannover
Hoffentlich landet dieses Buch nicht mal auf dem Index.Wahrheit ist oft ungesund!Leider!