ARTWORK AM BIKE

Airbrush-Artisten in und um Deutschland

09. January 2012 Natürlich kommt jedes Bike, ob Harley Davidson, Honda oder BMW mit einer Lackierung aus der Fabrik. Doch wenn dann das Serienbike auf eine individuelle Linie gebracht werden soll, spielen nicht nur Um- oder Aufbauten mit entsprechenden - teilweise sehr extremen - Veränderungen eine Rolle, sondern auch, wie durch Lack und Airbrush das Teil zum echten Hingucker gemacht wird.

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Da reicht es nicht aus, den neu entstandenen Bobber, Chopper oder Streetfighter mit der Spraydose zu lackieren, da muss in den meisten Fällen ein Künstler ran, der seinen Job versteht und mit seiner Kunst auch das Bike zum Kunstwerk macht. Die Zeit der Pinup- Abziehbilder ist seit Langem vorbei und auch die Motive haben sich geändert. Wurden früher erstlinig die Tanks mit Adlern, Indianern oder anderen Wildwestmotiven gebrusht, sieht man heute häufig Skulls oder biomechanische Motive, oft in 3D. Auch die Lacke haben sich geändert, Flake- oder Mattlackierungen sind gefragt. Und Pinstripping ist selbstverständlich auch ein Thema- feine Linienführung, die nie überladen wirkt.

WAS IST CUSTOMPAINTING
Idealerweise die Fähigkeit unter Beherrschung aller relevanten Techniken jede vom Kunden gewünschte Lackierung herzustellen. Der Begriff Custompainting lässt sich nicht wirklich sinnvoll übersetzen, beschreibt aber prägnant den Umstand eine (in der Regel) personalisierte Lackgestaltung individuell umzusetzen. Dagegen bezeichnen Begriffe wie “Airbrush”, “Pinstriping”, “Lackdesign”, ect., nur spezielle Techniken, wie im Folgenden erläutert.

AIRBRUSH
Airbrush ist im eigentlichen Sinne nur ein Werkzeug (kleine Spritzpistole mit daran angeschlossenem Kompressor). Der Begriff hat sich aber etwas missverständlich als Ausdruck für Custompainting etabliert. Tatsächlich ist die Technik gemeint, mittels Spritzpistole grafische Elemente (Graphics) oder gegenständliche Darstellungen (Murals) herzustellen. Der Fachmann bezeichnet mit diesem Begriff aber eigentlich nur Herstellung gegenständlicher Darstellungen wie etwa Szenen oder Portraits.

Hier unterscheiden wir zwischen:
FREEHAND: ausschliesslich Airbrushpistole. Im Ergebnis eher schlicht und schwammig aber durchaus wirkungsvoll für Ghost-Dekore und größere Formate.
MASKIERTECHNIK: bringt “schärfere” Ergebnisse, weil das Motiv vorher auf eine Maskierung aufgebracht und dann schrittweise mit der Airbrushpistole ausgearbeitet wird.
RADIERTECHNIK: bringt die hochwertigsten Ergebnisse, bei der die Freehand-Arbeit schrittweise mittels Radieren ausgearbeitet wird. Letztlich hängt es vom Motiv und dem Budget des Kunden ab, welche Technik zum Einsatz kommen soll.

PINSTRIPING
Bedeutet das Aufbringen von grafischen Elementen mittels Schlepppinsel.

Wir unterscheiden:
1. Pinstriping, s.o.
2. Linierung: beispielsweise die Konturen von Karosserien oder grafischen Flächen mittels Schlepppinsel.
3. Lettering: dem Aufbringen von Schriften mittels Pinsel.
Weiterhin unterscheidet man zwischen “1 Shot” - Striping, d.h. das direkte Aufbringen auf die Endlackfläche mit Kunstharzlack, welches sich für Old-School und historische Lackierungen eignet, und “Urethane-striping”, das innerhalb des Lackaufbaus Verwendung findet und klar überlackiert wird.

GANZE EFFEKT-LACKIERUNGEN
Darunter versteht man, dass ein ganzes Bike eine komplett neue Lackierung bekommt, wobei dann die o.g. Verfahren nicht unbedingt auch noch Anwendung finden müssen. Wenn also jemand z.B. einem original lackierten Motorrad ein farbliches Faceliftig verpassen will, oder einem Neuaufbau den entsprechenden Lack, wird das Bike zerlegt und alle Teile, die farblich gestaltet werden sollen, werden lackiert. Effekte werden durch lasierende Lacke, z.B. für 3-D Motive , Flakefarben (eine Art Metalliklackierung) oder Matt-Farben erreicht.
Effekte können aber auch durch die Kombination von Pulverbeschichtung und Nasslackauftrag erreicht werden, doch die Pulverbeschichtung soll in einem weiteren Artikel Beachtung finden.

Gerade im Customizingbereich und hier insbesondere bei Harley Davidson Kreationen werden echte Lackartisten zur farblichen Veredlung der Babys herangezogen und die schaffen dann oft Dinge, wo sich der Laie fragt: „Wie hat er das gemacht?“

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Biker.de möchte an dieser Stelle verschiedene Airbrush-Artisten vorstellen
und zeigen, was heute möglich ist:





Maximilian Ziegner, geb. 1976, malt und zeichnet seit seiner frühen Kindheit und macht diese Leidenschaft zu seinem Beruf. Seine Ausbildung macht er in einem Airbrush-Fachbetrieb in Greven. Danach macht er das Fachabi an der Fachoberschule für Gestaltung in Münster und geht 2005 an die Kunstschule für Airbrush am IbKK in Bochum, die er bis 2008 besucht.

Bereits 2007 wird er Mitglied im Berufsverband „Internationale Association of Airbrush Artists“ und veröffentlicht eine Auswahl seiner Artworks im Buch „The New Generation of Airbrush“. 2009 wird er Meisterschüler in Bochum und spezialisiert sich in verschiedenen Lehrgängen bei international anerkannten Künstlern, wie Lars „Laurus“ Oschatz in Kiel, Marissa Oosterlee und Eddy Wouters in Antwerpen, wo er seinen Photorealismus im Bereich Portrait perfektioniert.



Auf der Custombike-Show in Bad Salzuflen 2011 hat er seinen eigenen Stand, auf dem er
gutgelaunt eine seiner weiteren Ambitionen zeigt: das Bodypainting - wen wundert's, das Model war ja recht süß.
Hier knüpft er auch Kontakte zur Zielgruppe der Biker, die ihr bestes Stück künstlerisch veredeln möchten. Natürlich bringt Max gern seinen Stil auf’s Bike doch ist der versierte Künstler auch ständig auf neue Herausforderungen im Airbrushbereich eingestellt und da er sein Kunsthandwerk gelernt hat, bringt er 3-D-Motive genauso auf's Blech wie einen Realakt einer Blondine.


Foto: Henning Rielinger





BÜRO (Nur Büro!!!)
Sonnenstraße 51/53
48143 Münster

ATELIER:
Bövemannstraße 4D
48268 Greven
http://www.airbrushmax.de
info@airbrushmax.de


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Vor 19 Jahren begann der junge Lackierer, Marcus Pfeil, mit der individuellen Gestaltung von Motorrollern, vornehmlich der Marken Lambretta und Vespa, denen er farbenfrohe Schürzen und Motorabdeckungen verpasste. Das sprach sich schnell herum, denn seine Motive fanden Anklang in der Rollerszene. Doch schon bald kamen die ersten Harley Davidson Biker, die ihre Custom-Lieblinge auch künstlerisch vollenden wollten. Peter Penz von Penz Performance (http://biker.de/magazin/szene​/portrait-peter-penzenstadler​ ) wurde bald zu einem wichtigen Kunden und brachte Parts und Bikes zu Marcus Pfeil.

Bald war der Name Marcus Pfeil weit über die Grenzen seines Heimatlandes Österreich bekannt und nun klopften auch Prominente an die Tür seines Ateliers. Christian Audigier, bekannter französischer Modedesigner mit Wohnsitz in Los Angeles und dicker Freund und Partner von Ed Hardy fuhr seinen Lamborghini vor und sagte: „Mach mal“. Stefan Raab ließ es bescheidener angehen, für ihn brushte der Guru „nur“ einen Sturzhelm für eine TV-Show.



Nationalverbunden fühlte sich Pfeil mit der österreichischen Nationalmannschaft der Skifahrer und Skispringer - für sie gestaltete er die Helme. Auf der Custombike-Show in Bad Salzuflen 2011 unterstützte Marcus Pfeil beim Biker Build Off BELA B. von Classic Bikes aus der Schweiz, der in diesem Wettbewerb gegen den Düsseldorfer Frank Sander von Independent Choppers antrat.

Zu seinen Spezialitäten gehören Airbrush, Pinstriping, Custompainting und Signs.


Skullchopper-Lack-Parts kreiert von Marcus Pfeil für Penz
Performance präsentiert auf der Custombike Show in Bad Salzuflen 2011.

Pfeil Design e.U.
Marcus Pfeil
Braunauerstrasse 15
4910 Ried im Innkreis, Österreich
www.marcuspfeil.com
(Fotos: Marcus Pfeil)


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Ingo Kruse ist der Altmeister unter den hervor-ragenden Custompaintern der Szene. Seit mehr als 33 Jahren ist der kreative „Lackdesigner“ beratend und ausführend am Werk- am Artwork ! Gelernt hat er seinen Job nach Beendigung eines Grafik-Design-Studiums an der bekannten Folkwang in Essen in seiner 1978 gegründeten Firma LCC-Lackdesign. 1981 erfolgt ein Umzug in eine größere und vor allem professioneller Lackier-werkstatt in Schwerte, wo neben Fahrzeugteilen auch exklusive Möbel gestaltet werden.

1996 gliedert Kruse den Bereich Fahrzeug-lackierung aus und widmet sich dem Bikedesign und Custompainting. Im Jahr 2003 zieht Kruse-Design nach Kamen um, wo das tausendste Bike „gemacht“ wird.
2008 zum 30 jährigen Firmenjubiläum haben mehr als 1500 Bikes ein neues Design vom Meister und seinem Team verpasst bekommen und kein Kunde war je unzufrieden.


Kruses Artwork wirkt nie überladen oder protzig. Seit er Custombikes gestaltet, versucht er seine Kunden in (s)eine Stilrichtung zu orientieren, die für Harmonie von Motiv und Farbe sorgt. Weniger ist oft mehr – zu viel verwirrt und lenkt den Blick vom Wesentlichen ab. Mit dieser Einstellung lag Ingo Kruse die lezten 33 Jahre immer richtig und seine Kunden waren stets von seinen „worx“ begeistert.

Sein Wissen gibt Ingo Kruse nicht nur an seine Mitarbeiter weiter. Er veranstaltet auch Workshops bei denen anerkannte Profis ihr Know-How bzgl. qualitativ hochwertiger Verarbeitungsverfahren, Designsicherheit oder Motivberatung an Anwender weitergeben.

Ingo Kruse-Design bietet folgende Bereiche an: Airbrush in Freehand, Maskier- und Radiertechnik, Pinstriping und Effektlackierungen.



http://www.kruse-design.de
Kruse-Design Ingo Kruse
Felix-Wankel-Str. 1
59174 Kamen info@kruse-design.de
(Fotos: Ingo Kruse)


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Sinnwell-Design ist ein junges Custompainting-Atelier in Süddeutschland. Artwork-Artist Marcel Sinnwell gehört heute zu den angesagten Designern im Custompainting und die ganz Großen Customizer, vornehmlich Fred Kodlin, arbeiten mit ihm zusammen.

Marcel Sinnwell gehört zu den „Naturtalenten“. Schon als Kind zeichnete der Junge, was ihm unter den Stift kam. Mit 12 besuchte er seine erste Motorradmesse und entdeckte für sich die Airbrushkunst, die ihn nicht mehr losließ und nach zweijähriger "do it your self" - Ausbildung lieferte er seine ersten professionellen Artworks ab. Ein US-amerikanisches Bikermagazin berichtete über seine Arbeiten und bald darauf war Marcel selbst auf Motorradmessen vertreten. Eine solide Basis schaffte sich der junge Künstler indem er eine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer absolvierte, wo er den Umgang mit Lacken und den Trägermaterialien erlernte.

Seit 2007 ist Marcel Sinnwell selbständig in seiner Custompainting-Schmiede Sinnwell-Design.



Marcel Sinnwell arbeitet heute häufig für Fred Kodlin, der bekannterweise großen Wert auf erstklassige Ergebnisse legt. Es darf aber auch schon mal ein Helmdesign sein.



Marcel Sinnwell – Design
http://www.sinnwell-design.com​
info@sinnwell-design.com
Am Sender 5
66346 Püttlingen (Saar)

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Text und Recherche: Henning Rielinger





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