MC's im Laufe der Zeit

Die Geschichte der Motorcycle Clubs

18. November 2011
GYPSY MC
www.gypsymc.de




Der Gypsy MC ist der älteste MC der Welt. Er wurde 1932 von Lee Simerly in Maryville, Tennessee gegründet. 1948 - nach Ende des 2. Weltkrieges übernahm Lees Bruder Chuck Simerly das Amt des Präsidenten. Von 1960 bis 1964 führte dann Lees Sohn Jack Simerly, bekannt als Papa Jack, den Club.

1966 reorganisierte Papa Jack den Club, um das angeschlagene Ansehen der Motorradfahrer in der Öffentlichkeit zu verbessern. Zur optischen Unterscheidung zu den sogenannten Outlaw- bzw. 1%Clubs, die standardmäßig eine schwarze Leder- bzw. blaue Jeansweste (die sogenannte Kutte) tragen, wurde für die Mitglieder des Gypsy MC das Tragen einer goldgelben Weste im Stil der Mississippi Gambler Vest verbindlich, was bis heute das unveränderte Markenzeichen des Clubs ist.

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Der GYPSY MC wurde Mitglied der American Motorcyclist Association (AMA) und gleichzeitig der Texas Motorcycle Riders Association (TMRA). Ab 1973 erfolgte eine massive Ausdehnung des Clubs innerhalb und außerhalb derUSA. . Es entstanden Chapter (selbstständige lokale Untergliederungen) in Louisiana, Texas, New Mexico, , Oklahoma, Kansas und Florida sowie in Mexico und seit 1983 auch in Deutschland.
1986 übernahm Pappy Jim von Papa Jack das Amt des International President. Von 1994 bis 2001 stand Bert Lynch, genannt „Erdin-Erdin“ als Chairman of the Board und International President an der Spitze des Gypsy MC. Seit 2001 wird der Club von HAP Simerly, einem Sohn des Gründers, geleitet. Er besteht derzeit aus 65 Chaptern mit mehr als 1900 Mitgliedern.

1982 brachten Angehörige der amerikanischen Streitkräfte die Gypsy-Ideologie nach Göppingen. Dort entstand das erste deutsche Chapter. 1983 erfolgte - durch Zustrom deutscher Mitglieder - die Gründung der Chapter Augsburg, München und Detmold (patch-Wechsel ).. In den folgenden Jahren kam es sowohl zu Neugründungen als auch zu Schließungen von Ortsgruppen, überwiegend im südlichen Teil der Bundesrepublik. Veränderungen der Altersstruktur und der Sichtweise der Mitglieder sowie die gesellschaftspolitische Entwicklung führten dazu, dass heute in Deutschland nur noch zwei Chapter aktiv sind. Seit 1997 erfolgte langsam eine konsequente und erfolgreiche Neuausrichtung.
Durch den Abzug der GI’s wurde das Chapter Göppingen geschlossen. Danach entstanden jedoch weitere Chapter in Rosenheim, Passau, Stuttgart, Mering, Dillingen an der Donau und Marktoberdorf.

Im Juni 2008 feierten die deutschen Chapter ihr 25. Jubiläum. Nicht nur die familienorientierte Ausrichtung des MC, sondern auch die konsequente und zielgerichtete Umsetzung der Ideologie unter angemessener Wahrung alter Traditionen ermöglichen ein stetes Wachstum und die Befreiung aus der - teilweise szenentypischen - Zeitschleife.
1932 galten Motorradfahrer als Außenseiter der Gesellschaft und in Anbetracht der damaligen wirtschaftlichen Krise in den USA erhielten die Member des Gypsy MC den Beinamen „sauere Gurken der Gesellschaft“. Daraus entstand das bis heute nahezu unverändert getragene „Gurkenabzeichen“, genannt „Pickle-Patch“ Backpatch.
Die Schriftzüge sind rot umrandet, die Schrift selbst schwarz auf weißem Grund. Da zur damaligen Zeit die Embleme noch per Hand aufgemalt wurden, entstand die für den Gypsy MC charakteristische Schrift, deren Konturen durch die Tupftechnik eines Pinsels entstanden.



BOOZEFIGHTERS MC
www.boozefighters.com



Der Boozefighters MC wurde 1946 von Weltkriegsveteranen in Kalifornien gegründet. „Wino“ Willie Forkner gilt als der Gründer dieses MC’s , der auch als „Working Class Club“ bezeichnet wird. Das Motto des Club’s: „A drinking club with a motorcycle problem“, denn locker übersetzt heißt „booze“ Schnaps, in ihrem Patch tragen sie auch eine Schnapsflasche, und die Member machten gern Party. Ihre wohl bekanntste und in die Historie der Rocker eingebrannte Party fand ein Jahr nach der Gründung des Clubs am 4 Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, im kalifornischen Städchen Holliszter statt. In dieses verschlafene Örtchen rollten die Boozefighters ein, tranken ein paar Biere, pöbelten was rum, es gab wohl auch eine Schlägerei, und ein zwei Member pinkelten gegen eine Hauswand, was zu dieser Zeit im extrem prüden Amerika gar nicht ging. Es gab Geldstrafen, verschreckte Bürger und die auf dem Fuß folgende Stellungnahme der Amerikanischen Motorradvereinigung, die die Vorfälle von Hollister als Ausnahme in der US-amerikanischen Bikerszene darstellte: „Nur ein Prozent aller Motorradfahrer in den USA gehören zu dieser Art von Bikern“, so entstand der Begriff der Einprozenter, der heute mit Stolz von allen großen MC’s getragen wird.
Im Film The Wild One wurden die Ereignisse von Hollister nachempfunden. Marlon Brando spielte die Hauptrolle. Seitdem nennen sich die Boozefighters auch „The Original Wild Ones“.





OUTLAWS MC
www.outlawsmcworld.com



Der Outlaws MC gilt heute als einer der größten Motorcycle-Clubs der Welt und ist mit nunmehr 76-jähriger Tradition der am längsten bestehende 1%er-Club.
Weltweit verfügt er über 280 Chapter (Ortsgruppen). In Deutschland gehören 43 Chapter der "Outlaws Nation" an. Der Club hat ca. 2.500 Mitglieder in den USA, in Europa sind es ca. 2.000 Mitglieder. Der Outlaws MC ist vertreten in den USA, in Kanada, Deutschland, England, Wales, Irland, Belgien, Norwegen, Schweden, Italien, Polen, Frankreich, Spanien, Serbien, Tschechien, Russland, Australien, Thailand, Österreich, Schweiz, Japan und den Philippinen.
Hinzu kommt noch der offizielle Support-Club der Outlaws, der "Black Pistons MC", der mit Chapter in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Norwegen, Russland, Polen und in Deutschland vertreten ist. Hierzulande gibt es zur Zeit sechs Chapter des "Black Pistons MC".

In Deutschland besteht der Outlaws MC seit 2001, als der ("schwarze") Ghost Riders MC (nicht zu verwechseln mit den "gelben" Ghostriders, die Ende 1999 zu den Bandidos wechselten) der Outlaws-Nation beitrat.
Im Jahr 1935 wurde der Club in "Mathilda's Bar" an der alten Route 66 in McCook Illinois als der "Mc Cook Outlaws Motorcycle Club" gegründet. Auch währendzweiten Weltkrieges , obwohl die Clubaktivitäten zu dieser Zeit stark eingeschränkt waren, hielt der Motorcycle Club (MC) zusammen. Im Mai 1946 fand auf dem Soldier Field in Chicago die erste große Motorradveranstaltung des mittleren Westens nach dem Krieg statt.
1950 beschloss der Club, bedingt durch den Anstieg der Mitgliederzahl (Member) aus der Chicago Area, den einstigen Namen "McCook Outlaws" in "Chicago Outlaws" umzubenennen. Mit der Umbenennung des Motorcycle Clubs erfolgte ebenfalls die Verlagerung der Clubaktivitäten von McCook direkt nach Chicago.
Im gleichen Jahr untersagte die "American Motorcyclist Association" (AMA), die alle amtlichen Motorradrennen in den USA überwacht, die Verwendung des Wortes "Outlaws" auf der Rennbekleidung. Daraufhin trugen alle Outlaws-Member, die an den amtlichen Motorradrennen teilnahmen, bis 1963 das Zeichen OMC auf ihrer Ausstattung.
Im Jahre 1963 wurden die Outlaws offizielles Mitglied der "1 % Brotherhood of Clubs". Der Club war somit der erste wahre 1%er Club östlich des Mississippi.

Am 4. Juli 1964 traten die "Gipsy Outlaws" von Milwaukee den "Chicago Outlaws" bei. Somit wurde der MC auch außerhalb Chicagos aktiv, was zur Gründung der "Outlaws Nation" führte. Der Sitz des Mother Chapter (Gründungsortsgruppe) ist nach wie vor in Chicago. Auf der Neujahresparty zum Jahreswechsel 1964/1965 wurde die Outlaws Nation in Chicago offiziell aus der Taufe gehoben. Mit Schlag Mitternacht wurde am 1. Januar 1965 die "American Outlaws Association" (AOA) gegründet.

1969 wurde die Aussage "God forgives, Outlaws don't" (Gott vergibt, die Outlaws nicht) zum Club Motto ernannt.
1977 kam es in Süd-Ost-Kanada zur Gründung des ersten Chapters außerhalb der USA. Der "Satan's Choice Motorcycle Club" trat der Outlaws Nation bei. 1993 wurde in Frankreich das erste Chapter in Europa eröffnet. Ab dem Jahr 1994 breitete sich der Club in Australien, Europa und Asien weiter aus.



BANDIDOS MC
www.bandidosmc.dk



Die Bandidos sind ein Motorradclub und wurden 1966 in Houston, Texas, durch Donald Eugene Chambers gegründet. Chambers, der 1930 geboren wurde, war seit seiner frühesten Jugend von Motorrädern fasziniert. Er war leidenschaftlicher Anhänger von allen Wettbewerben auf zwei Rädern, obwohl er selbst nie Rennen fuhr. Zunächst war Chambers Mitglied der Rockergang Eagles, der der US-amerikanischen Motorradvereinigung AMA angeschlossen war. Später wechselte er zu den Reapers, einem Einprozenterclub und stieg dort schnell auf. Da er jedoch ganz oben sein wollte, beschloss er einen eigenen Club zu gründen. So entstanden die Bandidos. Chambers wählte einen mexikanischen Banditen („Bandido“) mit großer Machete und einem Revolver als Aufnäher (Center Patch) für die Farben des Clubs. Oft wurde behauptet, dass die Figur von einem Werbespot der Firma FritoLay „abgekupfert wurde- dem ist jedoch nicht so, denn der Spot lief erst ein Jahr später (1967) an. Der Entwurf des „Fat Mexican“ stammt von einem Künstler aus Houston, der bereits die Abzeichen der Reapers entworfen hatte. Die gewählten Farben rot und gelb werden oft auf die Insignien der US-Marines zurückgeführt, deren Vietnam-Veteranen, zu denen Chambers gehörte, den Club einst gründeten. Richtig ist jedoch, dass sich Chambers von der Harlekin Korallennatter inspirieren ließ, die im Süden der USA heimisch ist. Rot und Gold, die heutigen Farben der Bandidos wurden erst viele Jahre später eingeführt.
Von Bandido Don (Chambers) stammt auch der Slogan: „Wir sind,vor denen unsere Eltern immer gewarnt haben.“
Nachdem der Vorsitz von Chambers beendet war, wurde Ronnie Hodge zum Präsidenten ernannt. Unter der Aufsicht von Hodge verbreitete sich der Club international.

Die Expansion nach Europa erfolgte 1989 mit einem ersten Ortsverband („Chapter“) in Marseille, Frankreich. In den Jahren danach folgte Skandinavien und 1997 Luxemburg. Im Jahr 2000 wurde das erste Chapter in Italien gegründet, mittlerweile gibt es dort fünf weitere Chapter.

In Deutschland ist die Gruppe seit dem Beitritt des gelben Ghostriders MC sowie der Road Eagle MC Nomads und den Destroyers München im Jahr 1999 vertreten. Es kamen 17 deutsche Ortsverbände hinzu, die zunächst jeweils als Probe-Chapter galten, erkennbar am „Probationary“-Schriftzug. Der Wechsel der deutschen Clubs zu den international vertretenen Bandidos erfolgte kurz nach dem überraschenden Übertritt des damals größten deutschen Motorradclubs Bones MC zu den vormals verfeindetenHells Angels. Diese Probezeit dauerte etwas mehr als ein halbes Jahr. Im Juni 2000 tauschten die Bandidos aus Deutschland den „Probationary“-Schriftzug mit dem Segen der Amerikaner und des Europa-Vorstands offiziell gegen den „Germany“-Schriftzug aus. Aktuell gibt es in Deutschland 67 Chapter, davon 62 Voll- , 1 Probationary- und 4 Prospectchapter.

Gleichzeitig orientierte sich der MC aber auch nach Kanada. In Kanada existierte zu dieser Zeit die Rock-Machine- ein Rockerclub, der sich den Übernahmeangeboten, der bereits in Kanada etablierten Hells Angels wiedersetzte. Mehrfach nahmen Member der Rock Machine Kontakt zu den Bandidos in den USA auf, da die äußerst gewalttätigen Übergriffe bereits mehrere Opfer gefunden hatten. Doch die US-Banditen zögerten. Erst im Jahre 2000 erhielten die ehemaligen Member der Rock Machine den Status eines Probechapters. Bis dahin waren im kanadischen Rockerkrieg fast 160 Biker ums Leben gekommen.

Nach dem „Shedden-Massaker“ 2006, bei dem Bandidos aus Toronto von Bandidos aus Winnipeg erschossen wurden und das als der Brudermord in die Analen eingegangen ist, lösten sich die Bandios in Kanada auf.

In Skandinavien und Deutschland kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Bandidos und Hells Angel. Um dieses Schwelen nicht eskallieren zu lassen und um der Staatsmacht nicht permanent die Möglichkeit von Zugriff und Verhaftung/Verurteilung zu geben, gaben sich die Präsidenten der beiden MC’s zu Pfingsten 2010 die Hand und bekundeten gegenseitige Anerkenntnis und friedliche Koexistenz.



Der Bandidos MC wird durch verschiedene Supporter Clubs unterstützt. Sie tragen die gleichen Farben wie die Bandidos. Zu den Supportern gehören die Caballeros, die Diabolos, die Escuderos, die Gringos, die Guerrilleros, die Rapidos, die Los Malos, die Los Locos, die Iron Dragons und die Lone’s , sie sind alle eigenständige Motorcycle Clubs.



HELLS ANGELS MC



Der Club wurde am 17. März 1948 in Fontana im San Bernadino County in Kalifornien gegründet.Gründer waren Mitglieder verschiedener Motorradclubs der Region, unter anderen die Pissed Off Bastards aus Bloomington. Das erste Hells Angels Charter trug den Namen Berdoo- eine Abkürzung für San Bernadino.
Verschiedentlich wird behauptet, dass auch Weltkriegsveteranen, insbesondere Mitglieder einer Jagdbomberstaffel, die den Namen „Hell’s Angels“ trug, Mitbegründer des MC’s waren. Dies ist jedoch nicht richtig. Lediglich ein Pilot der Flying Tigers, Arvid Olson, der den Bikern nahe stand, soll zum Namen inspiriert haben. Auch ein Film, der 1930 von Howard Hughes produziert wurde und der von einer Fliegerstaffel aus dem 1. Weltkrieg handelt, die sich Hells Angels nannten spielt eine Rolle bei der Namensfindung. Genaues ist jedoch nicht dokumentiert.
Auch weisen verschiedene Quellen darauf hin, dass in den Nachkriegsjahren verschiedene Motorradgruppen den gleichen Namen trugen. In San Francisco gab es eine Gruppe die 1953 von Rocky Graves, einem ehemaligen Mitglied der Berdoo Hells Angels gegründet wurde, die sich Frisco Hells Angels nannte.
Präsident der Frisco Angels war damals Frank Sadilek, er soll auch das Logo, den gehörnten Totenkopf mit Engelsflügeln entworfen haben.

Klarer wird die Historie der Angels unter Ralph „Sonny“ Barger, der in Oakland, dem Nachbarort von San Francisco im April 1957 weitere Charter unter dem Namen zusammen führte.
Im Verlauf der 60er Jahre wurde der MC größer und dehnte sich vom Westen der USA nach allen Himmelsrichtungen aus, nicht immer ohne auf den Widerstand anderer Motorcycles Clubs zu stoßen. Häufig wurden kleine Clubs übernommen (Patch-Over), oder lösten sich unter dem Druck der Hells Angels auf.
1969 gerieten die Hells Angels in die Schlagzeilen, als sie bei einem Konzert der Rolling Stones am Altamont Speedway als Ordner fungierten. Der 18-jährige Zuschauer Meredith Hunter wurde direkt vor der Bühne von einem Mitglied erstochen, nachdem er unter Drogeneinfluss eine Schusswaffe gezogen hatte und auf die Rolling Stones zielte. Das Gericht erkannte auf Notwehr und sprach den Ordner, Alan Passaro, frei.

Im gleichen Jahr entstand in London das erste europäische Charter der Hells Angels. Ein Jahr später war die Schweiz mit seinem Charter in Zürich unter der Präsidentschaft von Martin „Tino“ Schippert zweites Hells Angels Land in Europa.
In Deutschland entstand im März 1973 in Hamburg das erste Hells Angels Charter aus den in den 60er Jahren gegründeten Bloody Devils, die im Kinofilm „Rocker“ von Klaus Lemke mitgespielt hatten.
Dem Hamburger Charter folgte ein weiteres in Stuttgart. Hier wurde aus dem „Hammers of Hell- MC“ der HAMC-Stuttgart. Weitere Charter folgten.

Besonders hervorzuheben ist das Hells Angels Charter Hannover, dass von Frank Hanebuth geführt wird und als größtes Charter weltweit gilt. Entstanden war es mit durch das Patch Over des „Bones MC“, dem bis zum Übergang im November 1999 größten deutschen Motorradclub.


Ein weiteres Patch Over erfolgte 2010, als in Berlin das gesamte „Berlin Centro“ Chapter der Bandidos zu den Hells Angels überging, was diverse Auseinandersetzungen zwischen beiden Clubs zur Folge hatte. Das übergelaufene Bandido-Chapter trägt heute den Namen: Hells Angels mit dem Landesnamen Turkey.

In den letzten Jahren haben die Hells Angels in Deutschland an Einfluss gewonnen. In vielen Regionen entstanden neue Charter, wie kürzlich in Krefeld oder Leverkusen. Dies ist aber auch teilweise auf Clubverbote zurück zu führen. Bereits 1988 wurde der Hamburger MC durch ein vom Bundesverwaltungsgericht bestätigtes Urteil verboten. Am 25. Januar 2001 erhielt das Charter Düsseldorf das Clubverbot. Im April 2010 ereilte das Flensburger Charter das gleiche Schicksal und im Juni 2011 verbot das Innenministerium von Baden-Württemberg das Charter Borderland nebst seinem Supporterclub „Commando 81“.

Am 30. September 2011 wurden die Charter Westend und Frankfurt am Main geschlossen. Gegen dieses Verbot ist Revision eingelegt worden. Seit 2010 wird seitens der Innenminister von Bund und Ländern über ein generelles Verbot der Hells Angels und anderer Rocker Clubs in Deutschland diskutiert.

Trotz aller Verbotsdrohungen gibt es weltweit über 350 Voll-Charter der Hells Angels (stand Oktober 2011). Sie sind in 35 Ländern vertreten. Lettland und Litauen sind zusätzlich im Prospectstatus. In Deutschland sind es zur Zeit 41 Charter.

Die Hells Angels werden auch als Big Red Machine, Rot-Weiß oder 81er bezeichnet.
Supportet werden die Hells Angels in Deutschland von den Red Devils und dem Regiment 81

Bücher zum Thema Hells Angels:

Jönke
BIG RUN


handelt von der Flucht eines dänischen Hells Angel, der im Auftrag seines Clubs einen Rocker von den Bullshits getötet hat. Er flüchtet nach Frankreich und später nach Canada. Doch der Druck seiner Verfolger zermürbt ihn und er stellt sich den Strafvollzugsbehörden. In seinem Buch erzählt er seine Geschichte, seine Probleme in Schule und Beruf und mit der bürgerlichen Gesellschaft im Allgemeinen. So führt ihn sein Weg zu den Hells Angels, wo er seine Heimat findet. Doch die Zeit ist schwierig in Dänemark. Verfeindete Rockergruppen bekämpfen sich bis aufs Blut. Heute ist Jönke in die Gesellschaft zurückgekehrt. Er wird fast wie ein Volksheld verehrt. 2003 beim Europaverlag in Hamburg erschienen, heute nur noch antiquarisch erhältlich. ISBN:3-203-78577-3


Ralph Sonny Barger
HELLS ANGEL- Mein Leben


Das meiste, was man über die Hells Angels weiss, stammt aus Polizei- und Medienberichten. Schon in den frühen Jahren ihres Bestehens waren die Hells Angels im Fokus der bürgerlichen Presse, die sie meistens als verwahrloste Monster schilderte. Eine Ausnahme machte der Auto des Buches Hells Angels, Hunter Thompson, der Mitte der 60er Jahre in LA und Oakland die Angels begleitete und recht objektiv über sie schrieb. Sonny Barger aber geht in seinem Buch als Präsident des Oakland Charters auf das wirkliche Leben als Hells Angel ein und erzählt viele Episoden, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über Schlägereien, Drogenmissbrauch und den Knast berichtet. Er schreibt aber auch über Verräter in den eigenen Reihen und über seinen ganz persönlichen Kampf gegen den Krebs. 2001 beim Europaverlag in Hamburg erschienen, heute nur noch antiquarisch erhältlich. ISBN:3-203-75536-X


Ralph Sonny Barger
RIDIN’ HIGH LIVIN’ FREE


Nachdem seine Autobiografie zum Brestseller wurde, lege Barger noch einmal nach. Wieder erzählt er Bikergeschichten, jedoch nicht nur Angels-Storys, sondern auch über Motorradfahrer seiner Zeit. So gibt es was über Steve McQueen oder David Crosby zu lesen oder über die Nordpol-Tour von Moto Guzzi Ron. Barger schreibt über den Spass, den Motorradfreaks haben, wenn Highspeedrennen durchgeführt werden, aber auch von der großen Liebe harter Kerle zu ihren Motorrädern. Über allem aber steht der große Hang zur Freiheit und dem Abenteuer auf zwei Rädern.
2002 beim Europa Verlag Hamburg erschienen. Heute nur noch antiquarisch erhältlich.
ISBN 3-203-75537-8


Ralph Sonny Barger
DEAD IN 5 HEARTBEATS


Nachdem sich Sonny Barger nach Arizona zurückgezogen hat, hat er in verschieden Büchern über sein Leben als Chief der Hells Angels reflektiert. Auch in seinem Roman nimmt er wieder das Rockerleben zum Thema und verschiedentlich hat der Leser das Gefühl, dass Barger sehr viel seiner eigenen Persönlichkeit mit einfließen läßt, auch wenn die Clubs hier 2Wheelers oder Infidelz heißen. Rowohlt Taschenbuch 2005 ISBN 3-499-237665-2


Willi Wotterng
TINO- KÖNIG DES UNTERGRUNDS


In diesem Buch werden die Anfänge der Hells Angels auf dem europäischen Festland unter der Führung von Tino, einem schweizer Halbstarken geschildert. Wottereng beschreibt in seinem recht schwerfälligen Stil und einem von Fußnoten gespickten Text die Zeit der Gammler, Rock’ Roller aber auch die der Jugendlichen in Randkulturen, die ausschlaggebend für die Gründung von Rockergruppen waren. Nachdem sich die Hells Angels in England etabliert hatten, war ihre Ausbreitung auf weitere Teile Europas nur noch eine Frage der Zeit. Die Schweiz sollte ihr erstes Domizil werden. Tino wird zum Mitbegründer der Angels, es kommt zu Milieukämpen und er landet im Knast. Seine spätere Flucht führt ihn in den Libanon und letztendlich nach Bolivien, wo er 1981 stirbt.


Auch zu erwähnen ist das von Hunter S Thompson beim Heine Verlag erschiende Buch „Hells Angels“. Hunter Thompson begleitete Mitte der 60er Jahre die Angels in Kalifornien, war bei ihren Runs zum Labor-Day oder 4. Juli dabei und gibt unverblümt seine Emotionen zur härtesten Rockergang aller Zeiten wieder. Er nimmt aber auch Stellung zu Presse- und Polizeiberichten, die in der Bevölkerung des spießigen und konservativen Amerika der Sechziger für Angst und Schrecken sorgten. Heine Verlag München, 2004, ISBN 978-3-453-62005-6



PAGANS MC


Lou Dobkin gründete 1959 in Prince/ George’s County /Maryland die outlaw motorcycle gang mit dem Namen Pagans (Heiden). Ursprünglich bestand der MC aus 13 Rockern. Schnell vergrößerte sich der Club, dessen Member die blaugraue Jeanskutte tragen und seiner Zeit auf Triumph Motorräder festgelegt waren.


Pagan-Patch: ein Skelett mit Kreuz in der rechten Hand im Flammenmeer.


Ihr Gebiet erstreckt sich hauptsächlich auf den Osten der USA und sie sind in Delaware, Florida, Kentucky, Maryland, New Jersy, New York, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, South Carolina, Michigan, Virginia und West Virginia beheimatet.
Bis Mitte der 60er Jahre waren die Pagans eine relativ friedliche Bikergemeinschaft. Anfang der 70er Jahre gab es schwere Auseinandersetzungen mit anderen Clubs, unter anderen mit den Hells Angels, die ihr Einflußgebiet aus dem Westen der USA nach Osten erweitern wollten.
Heute sind die Rivalitäten weitgehend beigelegt und die Pagans zählen neben den Bandidos, Outlaws, Mongols und den Hells Angels zu den Big Five der US-amerikanischen Rockerclubs.



MONGOLS MC
http://www.mongolsmc.com


Der Mongols MC gründete sich im Jahr 1969 in Montebello/Kalifornien, gebildet durch Vietnamveteranen lateinamerikanischer Abstammung, denen es aufgrund ihrer Herkunft verweigert wurde, den Hells Angels beizutreten. Die Zahl der Vollmitglieder wird auf etwa 500 bis 600 geschätzt. Der Mongols MC hat seine Hauptpräsenz in Südkalifornien und besitzt Niederlassungen ("Chapter") in 14 Staaten sowie internationale Chapter in Australien, Deutschland, Italien, Schweden, Mexiko und Spanien. Die Chapter in Kanada haben sich im Jahr 2010 aus internen Gründen aufgelöst.

Im Jahr 2002 hatten die Mitglieder der Mongols und die Hells Angels eine gewaltsame Auseinandersetzung im Harrah’s Laughlin Casino in Laughlin/ Nevada. Die Konfrontation kostete drei Beteiligte das Leben. Mongol Anthony „Bronson“ Barrera, 43, wurde erstochen, die zwei Hells Angels Jeramie Bell, 27, und Robert Tumelty, 50, wurden erschossen. Im weiteren Verlauf der Geschichte gab es immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Mongols und Hells Angels.

2010 wurde in Bremen von Mitgliedern des Miri-Clans ein Ableger der Mongols gegründet. Mit einem MC hatte das wenig zu tun, denn keiner der Member hatte ein Bike, geschweigedenn den Motorradführerschein.
Im Januar 2011 wurde der mutmaßlich kriminelle MC in Bremen verboten.

Bücher zum Thema Mongols:


William Queen
ERMITTLUNG AUF ZWEI RÄDERN


Angeblich sind die Mongols eine der brutalsten Rockergangs der USA (mittlerweile gibt es auch internationale Ableger) und somit im Fokus der Ermittlungsbehörden , insbesondere des AFT , zuständig für Alkohol- Waffen- und Tabak- eine Unterbehörde des US-amerikanischen Finanzamtes. Da Ermittler nur selten von Clubmembern Insider-Infos bekommen, versuchen die Behörden immer wieder verdeckte Ermittler in MC’s einzuschleusen. Ab und zu gelingt das, denn solche Ermittler haben meist auch eine gehörige Portion kriminelle Energie, lieben schwere Motorräder und kennen sich häufig schon in der Szene aus. Trotzdem ist ein Ermittlungsauftrag innerhalb einer Rockergang kein Kinderspiel und verschiedentlich bezahlten verdeckte Cops ihre Infiltration mit dem Tod. Queen beschreibt den langen Weg und seine Raffinessen um im Mongol-MC anerkannt und aufgenommen zu werden. Er berichtet jedoch nicht nur von Gewalt und Kriminalität, sondern auch vom Zwiespalt in den er gerät, denn bei den Mongols zählen noch Werte wie Kameradschaft, Respect und Treue.
Statt Verlag Berlin 2008, ISBN 978-3-937542-01-0, 17,90€


Ruben „Doc“ Cavazos
VOR WENIGEN RESPEKT, VOR NICHTS ANGST


Doc ist der internationle Präsident Mongol MC. Seitr 2008 sitzt er ein und wartet auf seinen Prozess als Mitglied einer kriminellen Vereinigung. Seinen Spitznamen verdankt er seinem bürgerlichen Beruf als Röntgentechniker, doch der spielt nur sekundär eine Rolle in seinem Leben. Partys, Runs, aber auch Auseinandersetzungen mit anderen Clubs oder Konfrontationen mit der Polizei oder dem AFT sind Inhalt seines Buches. Aber auch die Grundeinstellung der Mongols, die von den Säulen Ehre, Ehrlichkeit, Respect, Brüderlichkeit getragen werden, sind Thema. Cavazos gibt aber auch ein Statement ab, was der Mongols Club sein will und wie er sich zu verhalten hat, um zu überleben, sei es im Kampf gegen die Obrigkeit, die Hells Angels oder die russische Mafia.
Statt Verlag Berlin 2011, ISBN 978-3-937542-04-1, 19,90€



GREMIUM MC



Der Gremium MC ist der größte deutsche Motorradclub. Mit insgesamt über 100 Chaptern in Deutschland, Polen, Italien den kanarischen Inseln, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Österreich,Spanien, Venezuela, Thailand, Serbien und der Türkei ist der Motorradclub gleichzeitig auch einer der größten in Europa . Der Gremium MC ist der letzte große MC deutschen Ursprungs, der sich keinem internationalen Club, wie z. B. den Hells Angels, Bandidos oder den Outlaws angeschlossen hat.

Die Clubfarben sind schwarz und weiß, auf dem „Colour ist über dem Schriftzug „GREMIUM“ und dem jeweiligen Landesnamen eine Faust zu sehen, die durch die Wolken stößt. Oftmals werden auch die Begriffe „Black Seven“ und die Zahl 7 verwendet, da das Wort „Gremium“ aus sieben Buchstaben besteht und das „G“ der siebte Buchstabe im Alphabet ist.

Der Club wurde 1972 in Mannheim in der ersten Welle deutscher Rockerclubs gegründet. Bis Mitte der 90er Jahre spielte der Gremium MC in erster Linie im Südwesten Deutschlands eine wesentliche Rolle in der Clublandschaft, die damals allgemein eher regional geprägt war.
Der Gremium MC versteht sich als eine Gemeinschaft von Bikern, die durch starke Zusammengehörigkeit im Sinne einer Bruderschaft ihre eigene Lebensart versteht.
Bereits 1986 engagierte sich der Club für die Bikerszene und war Mitbegründer der Biker Union e.V. , der deutschen Interessenvertretung für Biker, Rocker und Motorradfahrer.

Ab Ende der 90er konnte sich der Gremium MC besonders nach Ostdeutschland und darüber hinaus in Ost-, Süd- Südwest- und Südosteuropa Fuß erweitern. Verschiedene kleinere Clubs schlossen sich dem Gremium MC an. Inzwischen gibt es erste Chapter in Übersee. (Caracas, Venezuela und Pattaya, Thailand). Unterstützerclub ist der Bad Seven MC als sogenannter Supporter. Weiterhin gibt es seit 2010 in einigen Chaptern (z.B. Bremerhaven und Jever) sogenannte Support Crews, die Black Seven Division.



Der Club finanziert sich, unter Anderem neben Mitgliedsbeiträgen durch Partys, szenetypische Bikerveranstaltungen mit Show’s und Konzerten und den Verkauf von Artikeln mit Clublogo oder Schriftzug an Mitglieder und Unterstützer, die so genannte „Supportware”. Im Bereich Motorsport ist der Club seit mehreren Jahren mit einem eigenen sog. „Top Fuel“-Motorrad bei internationalen Dragsterrennen erfolgreich aktiv. So konnten bereits Europameisterschaftsgewinne und einzelne Weltrekorde verbucht werden.



Verschiedentlich wurde der Gremnium MC politisch der rechten Szene zugeordnet, Grund dafür war wohl die Abbildung des „Eisernen Kreuzes“ im Patch. Dieses wurde jedoch bereits im Jahre 1813 vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. gestiftet und galt als höchste militärische Auszeichnung im Befreiungskrieg gegen Napoleon. Obwohl das „Eiserne Kreuz“ auch im 2. Weltkrieg als Auszeichnung verliehen wurde, ist es aus Gründen der Tradition 1955 auch in der Bundeswehr in abgewandelter Form übernommen worden und gilt als Hoheitszeichen aller drei Teilstreitkräfte.
Wie auch alle anderen großen Motorcycle Clubs wurde der Gremium MC bereits 1988 unter den Verdacht krimineller Machenschaften gestellt und vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg beschuldigt dem organisierten Verbrechen anzugehören, bzw. eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Der Verein als Ganzes wurde am 10. November 1988 vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg als kriminelle Vereinigung verboten.

Zu Zeiten der Auseinandersetzung mit der Mannheimer Justiz war die Satzung des Clubs eng an die der Mannheimer Studentenverbindung Corps Hermunduria angelehnt, in der der damalige Präsident Michael „Mike“ Heyer als Jurastudent Mitglied gewesen war. In Unkenntnis dieser Herkunft begründete die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung unter anderem mit ebendieser Satzung. Im nachfolgenden Strafverfahren ordnete das Landgericht Mannheim die von der Staatsanwaltschaft genannten Straftaten jedoch ausdrücklich einzelnen Mitgliedern zu. Die Staatsanwaltschaft, deren clubinterner Kronzeuge sich vor Gericht als völlig unzuverlässig herausstellte, ließ den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung daraufhin fallen.
Am 16. Januar 1991 wurde das Vereinsverbot durch den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg aufgehoben, die Kosten für das Verfahren trug der Steuerzahler. Heute blickt der Gremium MC auf eine 39-jährige Tradition zurück. In Deutschland hat der Club 67 Voll-Chapter und 8 Anwärter-Chapter. Weltweit gibt es weitere 62 Chapter.

Quelle: wikipedia
z.T. überarbeitet von Henning Rielinger



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