RALPH SONNY BARGER
EINE AMERIKANISCHE LEGENDE
19. January 2012 Sonny (Ralph Hubert) Barger wird am 8. Oktober 1938 in Modesto, Kalifornien geboren. Er wächst in eher bescheidenen Verhältnissen zusammen mit dem alkoholkranken Vater und seiner älteren Schwester Shirly in Oakland im Haus der Großeltern auf. Seine Mutter verläßt die Familie und brennt mit einem Busfahrer durch, als Sonny gerade mal vier Monate alt ist.Um seinem Leben einen Sinn zu geben und weil ihn die Highschool langweilt, bewirbt sich, der noch viel zu junge Sonny Barger, er ist gerade 16, mit einer getürkten Geburtsurkunde bei der US Army und wird rekrutiert. Die muss er nach 18 Monaten verlassen, da der Schwindel heraus kommt.
Sein Leben als Biker beginnt mit dem Kauf einer Maschine, die er günstig aus den Beständen des 2. Weltkriegs kauft. Sonny findet schnell Gleichgesinnte und gründet wohl inspiriert vom Film "The Wild One" mit Marlon Brando den Motorcycle Club The Oakland Panthers. Solche MC’s entstanden bereits Mitte der 40er Jahre in Kalifornien unter anderen auch der Hells Angels MC in San Bernadino, der seinen Namen und sein Logo, den geflügelten Totenkopf, auch Deathhead genannt, von einer englischen Bomberstaffel des 2. Weltkrieges übernahm. Viele dieser Clubs rivalisierten und Sonny Barger war mit seinem Oakland Panthers nicht mehr so zufrieden, da er hauptsächlich aus Wochenendfahrern bestand.
1958 übernimmt Sonny Barger die Präsidentschaft der Oakland Hells Angels und bringt die verschiedenen Charter der bis dahin abgegrenzten Hells Angels von Süd Kalifornien zusammen.
Unter klaren Statuten: Respekt, Ehrlichkeit, keine Gewalt gegen Kinder und Tiere, Besitz eines Motorrades (eine Harley war damals noch keine Pflicht), Frauen anderer Mitglieder sind tabu, etc. wächst der MC unter der Führung Bargers. Auch das Patch, was bis dahin unterschiedlich groß war, wird vereinheitlicht und entspricht dem heutigen.
Unter Sonny Bargers Führung werden die Hells Angels zum gefürchtesten Motorradclub Kaliforniens. Die Mitglieder, meist als Outlaws bezeichnet, sind wie ein Faustschlag ins Gesicht des amerikanischen Bürgertums. Wo sie auftauchen herrscht, angestachelt durch die Presse, Angst und Schrecken. Man unterstellt den Angels Massenvergewaltigung, Mord und Totschlag, aber auch Diebstahl, Erpressung und Brandstiftung.
So bedarf es langer Verhandlungen hinsichtlich der Erlaubnis für Run’s, die von den Hells Angels bevorzugt am Labor Day und am 4. Juli durchgeführt werden zwischen der Polizei und dem Führer der Outlaws, Sonny Barger. Der ist bekannt für seine ruhige und überzeugende Art und so erreicht er fast immer den Status eines „Waffenstillstand’s“ zwischen Ordnungshütern und Rockern und die Run’s verlaufen bis auf wenige Ausnahmen ohne erhebliche Zwischenfälle.
In den 60er Jahren entsteht in San Francisco in der Haight Street die Hippy-Bewegung, die sich Love & Peace auf ihre bunten Fahnen geschrieben hat und zu denen die Hells Angels zunächst gute Kontakte pflegen. Randgruppen, die der bürgerlichen Gesellschaft die Stirn bieten, oder sich von ihr abkehren, haben oft Schnittstellen. Beide Gruppen trugen lange Haare, man hörte die gleiche Musik von Bob Dylan oder Greatfull Dead, verachteten das Spießertum und kleideten sich ähnlich, wobei natürlich bei den Hippies mehr auf eine psychedellische Farbenpracht Wert gelegt wurde, als bei den Angels.
Sonny Barger war Mitte der 60er Jahre mit Musikern der Hippyszene befreundet. Besonders hingezogen fühlten er und seine Crew sich zu Greatfull Dead. So veranstalteten die Angels verschiedene Wohltätigkeitskonzerte mit der Band, aber auch mit Janis Joplin, Big Brother and the Holding Company, Blue Cher oder Cold Blood. Er beschreibt diese Zeit, als die geilsten Jahre,die die Angels je erlebten, wo es immer ein paar Hippy-Bräute für die Angels gab, gekifft wurde oder man auf ACID oder LSD abfuhr. Damals war LSD noch legal und Sonny machte mit seiner Frau Elise bei den Pranksters, einer Hippy-Kommune südlich von San Francisco seine erste psychedellische Reise, die ihm gut gefiel. Später kam er natürlich mit dem Gesetz wegen eben dieser Droge in Konflikt und wurde wegen Drogenbesitz verurteilt. Es sollte nicht seine letzte Verurteilung wegen Drogen bleiben.
Barger bezeichnet die Hippies als liebe und nette Typen, die keinen Bock auf geregelte Arbeit hatten, gern vögelten, Partys feierten und fast immer high waren. Die Hippy-Girls fuhren dann auch ganz gern mal mit den harten Jungs auf ihren Bikes durch die Gegend. Man raucht zusammen Marihuana und hilft sich geghenseitig bei der Beschaffung der Drogen.
In seinem Buch „Hell’s Angels“ (1966 by Random House erschienen), beschreibt Hunter S. Thompson verschiedene Partys im Umfeld des Romanciers , Ken Kesey (Einer flog über das Kuckucksnest) zu der die Angels gern fuhren. Zunächst das Charter der Frisco Angels, später, nachdem es sich herum gesprochen hatte, was dort drogenmäßig abging, schlug auch Barger mit seinen Jungs dort auf und fand all die LSD-Tripps und Marihuanaräusche untermalt von psychedelischer Musik recht prickelnd. Auf einer solchen Party lernte er dann auch das Hippy-Idol, Allen Ginsberg, kennen, mit dem er anregende Gespräche führte. Barger war wohl einer der wenigen Hells Angels, der sich intellektuell überhaupt mit dem Liberalen auseinandersetzten konnte.
Doch als die Hippies zusammen mit Studenten unter der Führung der linksradikalen Antivietnamkriegs-VDC massiv gegen den Krieg in Südostasien auf die Strasse gehen, stellen sich die Hells Angels klar und patriotisch hinter die amerikanischen Interessen in Vietnam. „Als Militärveteran fand ich, daß wir unbedingt zu Amerika halten mußten. Solange es zwei Menschen auf dieser Welt gibt, wird es auch Krieg geben. Wenn man etwas nicht friedlich beilegen kann, muß man eben kämpfen. Wenn man nicht am Krieg teilnehmen will, ist das auch ok, aber man sollte die Männer, die in einen Krieg ziehen müssen, nicht auch noch beschimpfen und in den Dreck ziehen.“ sagt Sonny Barger (Zitat aus: Hells Angel, Mein Leben, Europa Verlag Hamburg/ Wien, 2001).
Am 16. Oktober 1965 kommt es dann zur ersten schlagkräftigen Auseinandersetzung zwischen den Hells Angels und dem Vietnam Day Committee (VDC) bei einer Anti-Wehrpflicht – Demo in Oakland, bei der 8000 Berkeley Studenten aufmarschieren. Acht Hells Angels attackieren die Demonstranten und versuchen die Rednertribüne mit einem Truck zu stürmen. Sonny Barger versucht den Redner, Jerry Rubin, der Schriftsteller und Organisator der Demo ist, vom Truck zu zerren, wird jedoch von der Polizei daran gehindert und brutel zusammengeschlagen. Mit dieser Aktion haben die Oakland Hells Angels ihren Standpunkt zum Vietnamkrieg klargestellt.
Allen Ginsberg appelliert an Sonny Barger in seiner Rede am 15. November 1965 - gehalten im San Jose State College vor Studenten und Hells Angels - sich nicht weiter gegen die Friedensbewegung zu stellen, oder diese durch Clubmitglieder attakieren zu lassen, was dazu führt, dass Barger zu keinen weiteren Aktionen seiner Oakland-Angels aufruft.
Bei späteren Friedens-Demos greifen sie nicht mehr ein sondern nehmen in einer Pressekonferenz wie folgt dazu Stellung:
„Wegen unserer patriotischen Sorge darüber, daß diese Leute uns mit dem, was sie unserer großen Nation antun, zu Gewalttätigkeiten provozieren könnten. Obwohl die Mehrheit der US-Bürger mit unserer Meinung übereinstimmt, glauben wir, daß eine gewalttätige Auseinandersetzung nur dazu dienen könnte, Sympathie für diese Bande von Verrätern hervorzurufen. Wenn es zu Kravallen kommt, wollen wir klarstellen, dass die Hells Angels nicht das Geringste damit zu tun haben. Jedwede Rechtsübertretung muß dem VDC angelastet werden. Diese Leute sind die verantwortungslose Gruppe in unserem Gemeinwesen.“
Seine „patriotische“ Einstellung ändert er jedoch nicht und bietet die Hells Angels, er eingeschlossen, als „Spezialeinheit“ hinter den Linien des Vietkong an.
An den Präsidenten der Vereinigten Staaten schreibt Sonny Barger folgendes:
„Sehr geehrter Herr Präsident!
In meinem und im Namen meiner Freunde biete ich Ihnen eine Gruppe vaterlandstreuer Amerikaner zu Diensten hinter den Linien in Vietnam an. Wir glauben, daß eine schlagfähige Gruppe gutausgebildeter Guerillas den Vietcong wirksam demoralisieren und der Sache der Freiheit dienen könnte. Wir stehen zur Ausbildung und zum Dienst unverzüglich bereit.
Hochachtungsvoll,
Ralph Barger
Oakland, California
Präsident der Hells Angels“
(Zitat: Hells Angel, Mein Leben, Europa Verlag, Hamburg / Wien 2001)
Die Antwort der Militärs fiel negativ aus. Man bot zwar an, daß man sich freiwillig zur Army melden könne, jedoch nicht zur Guerilla Ausbildung. Da einige Mitglieder der Angels jedoch vorbestraft waren, war der „normale Dienstweg“ ohnehin nicht möglich.
In den späten 60er und frühen 70er Jahren begann Sonny Barger mit Filmleuten zusammen zu arbeiten, die ganz wild darauf waren die Hells Angels oder Geschichten von ihnen zu verfilmen. Für 5000 US $ erteilt Sonny Barger dem Produzenten Joe Solomon, mit dem er mittlerweile gut befreundet war, die Rechte seinen Namen und den der Hells Angels von Oakland in den Drehbüchern zu nennen. So entsteht der Film „Hells Angels on Wheels“ (1967) mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Er spielt im Film einen Tankwart namens Poet, der sich den Hells Angels anschließt, um sein Leben spannender zu gestalten. Nicholson ist diese Rolle wie auf den Leib geschrieben und viele, selbst Member der Angels glauben, das er ein echtes Mitglied der Hells Angels ist.
Weitere Projekte entstehen, bei denen Sonny Barger als technischer Berater arbeitet und die Angels häufig als „Statisten“ mit ins Spiel bringt. Die Charter von San Bernadino, San Diego, Frisco, Richmond, Oakland und den Nomads von Sacramento erhielten für ihr Mitwirken an Filmprojekten je Charter 25000 US $.
Zu Problemen kommt es, als andere Filmgesellschaften und Produzenten Hells Angels Filme ohne Genehmigung drehen, unter anderen Peter Fonda, der mit Nancy Sinatra „The Wild Angels“ dreht, einen Film, der angeblich auf wahren Geschichten rund um die Hells Angels basierte und der Patches mit dem Deadhead benutzte, was nicht ging. So verbieten die Hells Angels grundsätzlich ihre Patches in Filmen zu benutzen und werden in einem Vergleich mit Peter Fonda mit 10.000 US $ entschädigt.
Auch „Easy Rider“ in dem Fonda eine Hauptrolle neben Denis Hopper spielt, kommt kurze Zeit später in die Kinos und wird zum Kultfilm der damaligen Bikerszene.
Ein weiteres Filmprojekt entsteht 1968: „Hell’s Angel 69“, in dem Sonny Barger selbst mitspielt und auf seiner Harley „Cocaine“ zu sehen ist. Auch andere Member bekommen Rollen, nicht nur als Statisten, sondern mit Text. Der Film zeigt ziemlich authentisch das wilde Leben des Rocker Clubs.
Ein dunkles Kapitel im Leben Sonny Bargers fällt in die gleiche Zeit. Im November 1969 wollen die Rolling Stones ein eintrittsfreies Abschlusskonzert ihrer US-Tour in San Francisco veranstalten. Die Stadtverwaltung und Vertreter der Musikbranche verhandeln über mögliche Veranstaltungsorte und denken den Golden Gate Park an. Doch man rechnete mit zu großen Fanmassen für dieses kostenlose Konzert und verlagert das Konzert nach Altamont, 50 km von Oakland entfernt, auf eine große Kuhweide.
100 Hells Angels sollten als Ordner mit ihren Maschinen die Bühne absichern und darauf achten, dass niemand den Stones zu nahe kam. Bezahlt wurden sie mit Freibier. Nachdem die Vorgruppen Jefferson Airplain, die Borrito Brothers und Crosby, Stills, Nash und Young ihr Programm absolviert hatten, flogen die Rolling Stones im Hubschrauber ein.
Sonny Barger und Terry the Tramp vom Oakland Charter führen vor Ort letzte Sicherheitsgespräche mit Mick Jagger und weisen darauf hin, dass die Stimmung bereits aufgeladen ist.
Das gefällt den Stones und man läßt das Publikum fast bis zur Ekstase warten. Als sich dann endlich die Band auf die Bühne bewegt, drängen die Fans auf die nur 1m hohe Bühne zu und versuchen auch die Absperrung der Hells Angels Maschinen zu durchbrechen. Viele von ihnen sind betrunken oder stehen unter Drogen. Nur mit Gewalt gelingt es den Angels die anstürmenden Fans aufzuhalten. Das Konzert wird immer wieder unterbrochen und die Stones versuchen die Kontrolle wieder zu erlangen, doch der Mob tobt.
Als Jagger „Under my Thumb“ singt, zieht Meredith Hunter, ein unter Drogen stehender Afroamerikaner , direkt vor der Bühne seinen Revolver und schießt auf die Band, jedoch ohne jemanden zu verletzen. An andere Stelle wird berichtet, dass ein Hells Angel am Arm getroffen wurde, was jedoch nie geklärt wurde. Hells Angels in seiner Schusslinie stürzen sich auf den Durchgeknallten und stechen ihn nieder. Hunter stirbt an den Verletzungen.
Nach diesem Drama gibt es viele Schuldzuweisungen. Die Presse behauptete damals, das es nur durch die gewalttätigen Hells Angels zur Eskalation mit Todesfolge gekommen wäre. Doch es ist auch verständlich, dass die zur Security verpflichteten Hells Angels einer 300.000 köpfigen tobenden Menschenmasse gegenüber standen, die unberechenbar war.
Ende der 60er und in den 70er Jahren wird Sonny Barger mehrfach wegen illegalem Drogenbesitz und Drogenhandel gefasst und angeklagt. Obwohl im Clubhaus der Hells Angels der Konsum harter Drogen oder gar das Spritzen verboten sind, nimmt Sonny Barger häufig Koks und dealt auch mit kleinen Mengen Heroin. 1973 geht er für verschiedene Drogendelikte, Waffenbesitz und Verstoß gegen Bewährungsauflagen für mehrere Jahre in den Knast von San Quentin und Folsom. Dort trifft er viele Biker, die wegen ähnlichen Delikten ihre Haftstrafen absitzen. Sonny Barger wird im Gefängnis wegen seiner Bekanntheit von den Wärtern respektvoll behandelt und hat auch als Army-Veteran Anspruch auf Fortbildung im Knast. So macht er während seiner Haftzeit den AA-Grad des Sacramento City College Systems und bekommt außerdem seine Veteranenzahlungen. Das Leben hätte wesentlich schlimmer sein können, schreibt er später in einem seiner Bücher. Im November 1977 wird Sonny Barger aus dem Gefängnis Folsom entlassen.
1978 wird Barger und eine Reihe der Hells Angels erneut unter Anklage gestellt. Das FBI hatte einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung gefährlicher und organisierter Bandenkriminalität, genannt RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organisations) ein- und 1970 vor dem US Kongress durchgebracht, nachdem auch Angeklagte, die ihre Strafen bereits verbüßt hatten und wieder auf freiem Fuß waren, erneut unter Anklage gestellt werden konnten. Dieses Mal kamen Vorwürfe wegen Bestechung, Erpressung, erneuter illegaler Waffenbesitz, Morddrohung usw. zum Tragen. Nicht nur die Hells Angels selbst kamen ins Gefängnis, auch ihre Frauen wurden eingesperrt und unter Anklage gestellt. Die geforderte Kaution für Sonny Barger liegt bei 2 Millionen US $, für den Präsidenten der Oakland Angels unbezahlbar.
Mehr als ein Jahr versucht die amerikanische Justiz stichhaltige Beweise gegen Sonny Barger und seine Hells Angels und deren Familienmitglieder zu sammeln. Im Juli 1980 wird das Urteil gefällt: Freispruch in allen RICO-Beschuldigungen. Doch RICO schadete den Hells Angels mehr als Altamont. Mehr als 50 Mitglieder verließen den Club, da sie für sich und ihre Familien befürchteten, auch weiterhin verfolgt zu werden.
1982 erkrankt der 44jährige an Kehlkopfkrebs und bezeichnet den Kampf gegen diese Krankheit als die härteste Herausforderung in seinem Leben. Sonny Barger wird in der Uni Klinik von San Francisco operiert und im Anschluß einer Bestrahlungsterapie unterzogen.
Bei der OP werden dem Hells Angel Präsidenten die Stimmbänder und der Kehlkopf entfernt, sodass sich sein kommunikatives Leben völlig verändert. Sonny Barger, ein starker Raucher, inhalierte seine letzte „Camel“ auf dem Weg in den Operationsraum. Gute Freunde aus dem Club gaben ihm nachdem er den Krebs besiegt hatte den Spitznamen TAZ-die Reibeisenstimme.
Nach einer Verurteilung wegen Bombenverschwörung kommt Sonny Barger 1987 erneut in den Knast. Nach einem Aufenthalt in Colorado wird er nach Arizona verlegt, da bekommt ihm das Klima gut und Arizona soll zu seiner neuen Heimat nach Verbüßung der Strafe werden.
Auf der „Welcome Home Sonny“-Party, zu der mehr als 5000 Biker kommen und bei der der Club von Oakland ihrem Chief eine neue Harley FXRT, sein Lieblingsmadell, schenken, verkündet Barger; dass er nach Arizona ziehen würde, falls es dort jemals ein Hells Angels Charter geben würde. Nachdem das „Dirty Dozen“ Prospect Charter Vollmember Charter wurde, beantragte Sonny seine Überweisung nach Arizona. Das war im Jahr 1997. Zehn Tage nach seinem 60. Geburtstag verabschiedet sich Sonny Barger von seinen Brüdern in Oakland und wird offiziell Member im Cave Creek Charter Arizona.
„Im Rückblick über 40 Jahre HAMC läßt sich seine Entwicklung für mich nach Jahrzehnten einteilen. Wir gründeten den Club in den 50er Jahren, um Partys zu feiern und Motorrad zu fahren. Während der psychedelischen 60er Jahre wurden Hells Angels zu einem roten Tuch für die Öffentlichkeit. Normalbürger, Bullen und Zeitungsfritzen fragten sich, was unsere Patches bedeuteten. Mit ihren verrückten Phantasien und Vorstellungen dachten sie sich ihre eigenen Geschichten über uns aus. Im Kino wurden wir als die wildesten Motherfucker dargestellt, die seit Dschingis Khan und seinen Horden jemals durch die Welt getobt waren.
Die 70er Jahre waren unsere Gangster-Ära. Ich dealte mit Drogen und geriet in einen Haufen Scheiße hinein. Andere Clubs versuchten uns ans Bein zu pissen. Die schwarzen und die Latinos konnten uns nicht leiden; die weißen hatten Angst vor uns; die Hippies mochten uns nicht mehr, und die Rednecks konnten uns sowieso nicht ausstehen. Alle haßten uns. Wir waren isoliert.
In den 80er Jahren bezahlten wir bitter für jedes beschissene Verbrechen, das wir begangen hatten, und auch für ein paar, mit denen wir nichts zu tun hatten. Mit all diesen Verschwörungsanklagen wurden die 80er Jahre zu einem einzigen wüsten Gewirr von Gerichtsverfahren. Etliche Informanten, die vom Staat massiv unterstützt wurden, waren eisern entschlossen, uns mit allen Mittel auszurotten. Sie zählten für uns zu den stinkensten Ratten.
Das 50zigste Jubiläum des Hells Angels Clubs feierten wir im Jahr 1998. Am Geburtsort in San Bernadino fand eine riesige Feier statt. Hells Angels von nah und fern kamen zum Clubhaus von Bredoo.......“
Zitat: Sonny Barger, Hells Angel, Mein Leben, Europa Verlag.
Heute lebt Sonny Barger mit seiner dritten Frau, Zorana und seiner Tochter in der Nähe von Phoenix, Arizona wo er eine Motorradwerkstatt betreibt. Er wird noch häufig als technischer Berater bei Bikerfilmen gebucht. Noch immer ist der alte Herr (inzwischen 72) mit seiner Harley unterwegs. Mehr als eine Million Kilometer hat er in seinem Leben als Hells Angel zurück gelegt.
Im vergangenen Jahr hatte er einen Gastauftritt im Finale der dritten Staffel der Fernsehserie „Sons of Anarchie“. Sein Leben als Hells Angel hat er in dem Buch „Hells Angel“ niedergeschrieben, aus dem einige Zitate stammen. Bikergeschichten von Sonny Barger erschienen in „ Ridin’ high, livin’ free“. 2005 erschien sein Roman „ Dead in 5 heardbeats“.
Sonny Barger als Member des Cave Creek Charters/ Arizona
Foto: Dieter Rebmann
Text: Henning Rielinger
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Sonny Barger was a bad man
By Dave Schwartz with Michelle Mills davybass@dabelly.com
Photos by Keith Durflinger photoguy@dabelly.com

Ralph "Sonny" Barger was a bad man. More than a decade in the state and federal penitentiary systems stand tribute to a lifestyle filled with indiscretions. And, as Barger and so many others have learned, you can't escape your past. But then he isn't trying to. With his first book, "Hell's Angel: The Life and Times of Sonny Barger and the Hell's Angels Motorcycle Club," Barger, the founder of the Hell's Angels, has embraced his past and rather than trying to hide behind the political correctness of the day, he has chosen to tell his story in his words with no apologies. The result is a white-knuckle ride through the life and times of a man who would've beat you as quickly as shake your hand. But along the way, Barger became more than just a bad man from Oakland. With the help of his book, he has emerged a cultural icon celebrated by riders and non-riders alike. A man romanticized for not being afraid to make his own way, to be his own man and say what's on his mind.
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