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suzi1 17.09.2013

Dänemark 2013- Teil 2

Wegstrecke 600 km
Länder/Regionen/
Wegpunkte
Von Marl nach Ahrensburg
Straßenart Landstraße
Tour-Motorrad
Schwierigkeit leicht
Schlagworte Anreise


Dänemark 2013- Teil 2

2. Samstag: Von Marl nach Datteln, Lüdinghausen, Ascheberg, Drensteinfurt, Sendenhorst, Warendorf, Sassenberg, Glandorf, Bad Iburg, Georgsmarienhütte, Kloster Oesede, Bohmte, Rhaden, Wagenfeld, Kirchdorf, Sulingen, Niendorf/Weser, Rethen, Walsrode, Fallingbostel, Dorfmark, Soltau, Lüneburg, Lauenburg, Schwarzenbek, Trittau, Ahrensburg.

Am nächsten Morgen war ich auch wieder gegen 5.00 Uhr auf der Landstraße unterwegs. Das Wetter zeigte sich zwar unfreundlich-frisch, aber nach der gestrigen Hitze war es eher angenehm zum Fahren.
Vor Georgsmarienhütte regnete es leicht und aufgrund umfangreicher Baustellen verlor ich dezent die Übersicht. Das Kloster Oesede fand ich noch, geriet aber wg. der Umleitungen in die Stadtmitte Osnabrücks, was ich eigentlich vermeiden wollte. Die Käffer, die per Schilder ausgewiesen wurden, gab es nicht auf meiner Karte oder umgekehrt. Baustellen in Osnabrück gab es auch noch … Na ja, irgendwie fand ich etliche km´s weiter den Anschluß zu meiner ausgesuchten Strecke bei Bohmte. Der Himmel war zwar noch bedeckt, aber es regnete nicht mehr.
In der Nähe von Heemsen (zwischen Nienburg und Rethen) mußte ich mal ganz dringelich.
Ich fand auch einen geeigneten Platz. Eine asphaltierte Auffahrt führte von der Straße weg als schmaler Weg und leicht bergauf in ein Waldstück. Da ich mein Mopped, Gepäck und Bekleidung nicht einfach an der Straße zurücklassen wollte, fuhr ich ein Stück den Weg hinauf. Ein geschütztes Plätzchen für mich war schnell gefunden, alles nötige abgelegt, verrichtet und machte mich erleichtert wieder auf den Rückweg.
Der Waldboden neben dem schmalen Asphaltweg war sehr weich und uneben. Daher konnte ich die Maschine nicht so ohne weiteres wenden. Männer können das vielleicht, aber als Frau wird es schon erheblich schwieriger, auf weichem Waldboden zu rangieren.
Also ließ ich die Maschine der einfachhalber rückwärts rollen. Das ging etliche Meter recht gut. Mittendrin hörte ich plötzlich von der Straße ein rasselndes Geräusch und Treckermotoren. Mein Wunsch, die Geräusche würden an mir vorbeiführen, erfüllte sich leider nicht. Ich blickte zurück sah, wie ein riesiges Teil auf mich zurollte. Ich rückte flugs mit dem Mopped so weit wie möglich nach links, mit dem Stiefel schon auf dem weichen Waldboden und soeben noch Bodenkontakt. Das riesige, rasselnde Wald-Schlachtschiff fuhr ziemlich nah an mir vorbei. Es folgten noch ein Trecker mit Hänger und ein drittes Wald-Nutzfahrzeug mit Anhang.
Pfff… großes Aufatmen und die Fahrzeuge waren endlich vorbei. Die Männer nahmen mich als Hindernis scheinbar ziemlich locker. Konnte dieser Trupp nicht zwei oder drei Minuten später anrücken? Ich hätte die Einfahrt in den Wald ganz leicht freimachen können. Aber nein, es muß in Stress ausarten und alleinreisende, ältere Damen erschrecken. Ich rollte wieder rückwärts, brachte die Maschine in Startposition und nahm meine Fahrt in Richtung Walsrode wieder auf. Irgendwo dazwischen machte ich eine kurze Pause mit Wasser, Haselnüssen und Müsli-Riegel.

Das Wetter wurde sonniger und sonniger, um nicht zu sagen: es wurde wieder Bullehitze! Leider war kaum noch typische Heidelandschaft zu sehen. Wald und Nutzflächen beherrschen das Landschaftsbild inkl. moderner Energie-Versorgung und die Straßen führten nur noch kerzegeradeaus.


Über Dorfmark wollte ich gern noch meinen Geburtsort Delmsen bei Neuenkirchen anfahren. Nach meiner Karte führten zu diesem Ort kleinere Nebenstraßen, die K142, K52 und K17 (Riepe, Woltem), die sich als sehr lohnenswert herausstellten, als wald- und feldgesäumte schmale Fahrwege und großenteils überschattet, was ich angesichts der hohen Temperaturen zu schätzen wußte.
Im Wald roch es herrlich nach Nadelbäumen. Ich fand einen idealen Platz für eine Pinkelpause, um mich etwas abzukühlen und Wasser zu trinken.


Bei all der schönen Fahrerei bemerkte ich mal gerade so, dass die Tanknadel schon fast am Anschlag ruhte. 50 km´s wären bestenfalls noch möglich. Soltau war nicht weit entfernt und es sollte dort wohl Tankstellen geben. Bei Frielingen fuhr ich über die K16 (Leitzingen) nach Soltau. Eine Tanke war schnell gefunden und weil´s wirklich so schön war, fuhr ich die K16 wieder zurück und weiter wie vorgesehen nach Neuenkirchen.
In Delmsen kamen mir nur noch wenige Namen von Geschäften bekannt vor, die mir aus den Erzählungen meiner Mutter und Oma noch in Erinnerung geblieben sind. Es gab dort einmal einen Lebensmittel-Laden, der einem Herrn Leverenz gehörte. Dort stand nun ein Hotel, die ehemalige Kneipe von Badens scheint ebenfalls Zimmer zu vermieten, aber die Bäckerei Schlumbohm gab es tatsächlich noch, zeitgemäß angepaßt mit Kaffee über de´ Gass`….
Delmsen und Neuenkirchen fließen total ineinander. Wenn es das Ortsschild nicht gäbe, würde man die „Ortsgrenze“ noch nicht einmal bemerken. Ich wollte das Ortsschild noch fotografieren, aber mir war es schlicht zu heiß in der Mopped-Kluft noch herumzulaufen. Ich war froh, wieder etwas Fahrtwind um die Ohren zu bekommen. Weiter ging´s Richtung Lüneburg.
Irgendwo an der B209 machte ich wieder eine Pause und wollte weg von der geraden Bundesstraße. Ich suchte auf der Karte nach Alternativen und wurde fündig.
Bei Amelinghausen bog ich ab nach Wriedel, Hanstedt, Ebstorf, die L233 nach Melbeck. Das war eine ganz hervorragende Idee von mir, diese Strecke fahren zu wollen. Einfach nur suuupeeer, sogar bergig mit Kurven und wunderschönen Landschaften.
Ich mochte gar nicht mehr fotografieren, sondern die Fahrt bis Melbeck nur ungestört genießen.
Hinter Melbeck war Schluß mit Fahrspaß, denn danach war nix mehr wunderschön. Stau in/um Lüneburg und in Lauenburg wg. umfangreicher Baustellen-Umleitungen und massivem Verkehrsaufkommens. Na ja, auch hier gab es den berühmt-berüchtigten Großstadt-Feierabend-Verkehr, denn Hamburg war ja nicht mehr weit entfernt.
Jetzt war ungeteilte Konzentration gefragt, denn ich hatte an diesem Tag schon über 500 km´s gefahren, Bullehitze ertragen und war daher nicht mehr ganz frisch.
Später habe ich festgestellt, dass ich ab Moorfeld nach Lauenburg hätte fahren sollen.
Bis kurz vor Trittau ging es noch so leidlich, aber dann gab es wieder Umleitungen in sämtliche Richtungen und scheinbar verschiedene Seen, aber alle mit Namen Großensee??!! In Trittau selbst zuckelte ich mit den anderen hinter einem Linienbus her und an jeder Haltestelle mußte man auf die Weiterfahrt warten und warten. Unter dem Helm wurde es allmählich unerträglich. Nach reichlich zähem Vorwärtskommen war ich auch aus diesem Ort heraus, keine Umleitungen mehr und „oh Wunder“…. ich befand mich auf der richtigen Strecke, meinem Ziel ganz nah.
Ich war nun echt feddich und an die 600 km´s mehr auf dem Tacho. Aber „scheee“ war es doch!
Bei Bekannten fand ich eine freundliche Aufnahme und nach dem Duschen war die Welt fast in Ordnung…..öööh, nach ein, zwei Bierchen nebst Abendbrot aber dann wirklich. Im Garten saßen wir noch eine Weile zusammen, bis es allmählich dunkel wurde… bis einen die Mücken fast auffraßen.
Dagegen half nur noch die Flucht ins Bette und Gut´s Nächtle, der nächste Morgen konnte kommen.
Mein Resümee: Wieder ein schöner Tag inkl. Mopped-Tour
LHzG


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meself
;o) scheee
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suzi1
Vielen Dank. Das freut michsehr, dass Dir mein Bericht gefallen hat. Die Strecke habe ich mir herausgesucht, weil ich die BAB´s und gut ausgebauten Bundesstraßen meide, desgleichen auch die größeren Städte. So schaue ich immer auf die Nebenstrecken und zuweilen sieht es ein wenig unkommod aus. Nach meiner theoretischen Streckenführung wäre es auch nur etwas über 400 geworden. Aber ich ändere unterwegs ganz nach Lust und Laune.
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AchimHHamburg
Ich kann aus Deinem schönen Bericht nicht herauslesen, warum Du den Zick-Zack-Kurs eingeschlagen hast. Aus meiner alten Heimat Münsterland (Dülmen) in meine neue Heimat Stormarn (Trittau) sind es unter Nutzung schnuckeliger kleiner Straßen ca. 340 km. Kommt Marl am Anfang und Ahrensburg am Ende hinzu, bist Du bei ca. 400 km. Wo hast Du Dich nur rumgetrieben? ;-)) Egal, Deinen Bericht habe ich trotzdem gern gelesen!
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