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suzi1 17.09.2013

Dänemark 2013- Teil 3

Wegstrecke 310 km
Länder/Regionen/
Wegpunkte
Von Ahrensburg nach Hilleröd über Fehmarn
Straßenart Landstraße
Tour-Motorrad
Schwierigkeit leicht
Schlagworte Anreise


Dänemark 2013- Teil 3

3. Sonntag: BAB bis Neustadt, B501 Richtung Heiligenhafen, B207/E47 nach Fehmarn, Puttgarden, Fähre nach Rödby, auf der „9“/E47 bis Koge, die „6“ über Roskilde nach Hilleröd. Tourlänge ohne Fähre- 310 km´s. Insgesamt für die Strecke von Wiesbaden nach Hilleröd kamen ca. 1.200 Kilometer zusammen.

Nach einem gemütlichen Frühstück packte ich meine Habseligkeiten zusammen, machte die Mopped-Kette mit ProfiDryLub wieder fit und nach herzlicher Verabschiedung war ich gegen 11.00 Uhr wieder unterwegs.
Was keiner ahnen konnte war, dass sich auf der BAB kurz hinter Ahrensburg ein satter Stau Richtung Norden gebildet hatte. Anfangs ging es noch, zwar langsam fließend und mit nur gelegentlichem Stillstand.
Wenn es wieder anrollte, reihte ich mich flugs in die Schlange ein, ansonsten mittendurch mit verhaltener Geschwindigkeit. So kam ich zwar vorwärts, aber recht mühselig… bis ich etliche Biker auf dem Standstreifen davonhuschen sah.
Na ja, nach einigen Überlegungen schlängelte ich mich zum Standstreifen durch und hielt Anschluß zu den anderen Bikern. Die angekündigte Baustelle nahte und der Standstreifen verschwand.
Jetzt waren wir noch vier Moppeds im Verband und hielten auch zusammen. Die PKW-Fahrer machten uns netterweise trotz der verengten Fahrbahnen in der Mitte Platz. In umsichtiger Fahrweise und angepaßtem Tempo kamen wir vorwärts.
Stau auf der BAB in der Mittagshitze ohne Baum und Strauch, man gönnt sich ja sonst nichts! Endlich war der Anfang des Staus erreicht, fröhliches Winken und Hupen, jeder gab nach seinem Gutdünken Gas und verschwand in der Ferne. Den Stau hatten wir also wohlbehalten überwunden.
Kurz hinter Neustadt-Holstein war ich froh, die BAB verlassen zu können, um auf der B501 nach Norden weiterzufahren. Einige Kilometer vor der Auffahrt der B207 betankte ich das Mopped´sche und fuhr weiter auf der 207/E47 nach Puttgarden.
Bis zur Abfahrt der Fähre nach Rödby hatte ich noch fast eine halbe Stunde Zeit. Ich reihte mich in eine Autoschlange ein, nahm den Helm ab und sah mich auf dem Platz um. Ich entdeckte auf der Spur „1“ einen Moppedfahrer und einige Leute mit ihrem Fahrrad.
Vermutlich stand ich verkehrt zwischen den Autos, besetzte wieder mein Mopped und bewegte mich zum Anfang der Autoschlange. Der frische Fahrwind um meinen unbehelmten Kopf tat richtig gut. In dem Moment kam Bewegung in die Einweiser, um die Transitgesellschaft einzuwinken. Zügig fuhr ich vor.
Einer der Ordner meinte in mangelhaftem Deutsch so ähnlich wie: ich dürfe mich nicht aus der Autoschlange heraus vordrängeln. Ich habe den Typ bewußt irritiert angeschaut, die Schultern gezuckt, bin langsam weitergefahren und stellte mich neben dem einzigen Moppedfahrer.
So kam ich mit den anderen Zweirädern zusammen auf die Fähre, zu der angewiesenen Haltevorrichtung.

Als ich mein Mopped festzurren wollte, funktionierte der Gurt nicht. Der Riemen lockerte sich immer wieder.
DAS hatte ich schon einmal von Rostock nach Gedser im September 2009 erlebt. Es scheint immer ein nicht-funktionierender Gurt auf den Fähren zu geben, der nur auf mich gewartet hat….pfff….
Der andere Biker parkte vor mir und half mir netterweise, aber bei ihm hielt der Gurt auch nicht. Das Ding war echt defekt. Das hatte nun mal gar nix mit dem angeblich technischen Unvermögen von Damen zu tun. Tröstlicherweise gab es noch eine Halterung vor dem Kollegen und so schob er sein Mopped weiter zur nächsten Vorrichtung und ich rückte nach.
Zwischen der Bordwand und meinem Mopped war nur wenig Platz und die PKW´s standen inzwischen auch schon ziemlich dicht auf der anderen Seite.
So mußte ich über die rechte Seite des Moppeds absteigen. Tröstlicherweise ist frau trotz ihres Alters noch ein bisken geschmeidig. Am Ende waren beide Moppeds gut gesichert.
Diese ganze Aktion inkl. der schlechten Luft hat mir einen hochroten Kopf und eine mittlere Atemnot beschert. Ich wollte nur noch aus dem Bauch der Fähre heraus an die frische Luft zu gelangen.
Auf dem Weg zum Oberdeck unterhielt ich mich noch kurz(atmig) mit dem anderen Biker. Er kam aus München und wollte nach Kopenhagen. Auf dem Oberdeck suchte sich jeder eine Ecke und ich war froh, noch einen Platz im Schatten erwischt zu haben. Mein ganzes Gerödel, wie Rucksack, Tankrucksack, Jacke, Helm usw. fand auch noch eine Ablage, ohne die anderen Passagiere zu behindern oder zu gar zu stören, denn die Fähre war rappelvoll mit Reisenden.
Ich hoffte also, dass mein Gesicht wieder die normale Farbe annimmt und meine Atmung entschleunigt würde, denn die Eierei auf der BAB wg. des Staus hatte schon vorher unangenehme Spuren hinterlassen.
Nun konnte ich mich erst einmal ausruhen und auch die Beine lang machen.
Die leichte Meeresbrise und ein großer „Schluck aus der Pulle“ sollten den Kreislauf wohl wieder auf einen erträglichen Level bringen.

Rödby kam in Sicht und es wurde Zeit, sich wieder reisefertig zu machen.
Die Moppeds standen jetzt hinten und daher mußten wir bis zuletzt warten. Ich schnallte meine Maschine los, hoch das Bein und elegant von rechts aufs Mopped gestiegen. Nur nicht gegen das Topcase treten. Das hätte fatale Folgen.
Die Autos in der Schlange neben mir konnten schon vorrücken. Nun hatte ich ausreichend Platz für eine günstige Startstellung, das Gepäck wieder auf Tank und Buckel verteilt, Helm auf, Handschuhe an, das Mopped´sche ließ den Motor hören und endlich konnte ich die Fähre verlassen.
Der Rest der Strecke verlief ohne besondere Vorkommnisse, außer dass ich meine Dänemark-Karte habe daheim liegen lassen und mich vier Jahre zurückerinnern mußte. In Hilleröd verfranselte ich mich wieder an einer bestimmten Stelle, konnte aber an der nächsten Ampel eine Gegenmaßnahme einleiten.
Nach 310 gefahrene km´s fuhr ich in die Straße ein, in der die Familie wohnte. Oh Wunder…. rein zufällig stand vor dem Haus das Empfangskomitee bereit, in Person meiner Tochter nebst meiner Enkelin, der „lille Lotte“. Die Freude war natürlich groß, dass die ganze Tour so gut und perfekt geklappt hat…
Eines war aber klar: an den nächsten Tagen werde ich NICHT auf´s Mopped steigen.
LHzG

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meself
hyppsch verfasst !
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