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suzi1 25.11.2014

Rhein-Mosel-Lahn

Wegstrecke 308 km
Länder/Regionen/
Wegpunkte
Hessen, Rheinland-Pfalz
Straßenart Landstraße
Tour-Motorrad HONDA CBF 600 S (PC38)
Schwierigkeit leicht
Schlagworte Nebeltour mit Honda CBF PC43


Rhein-Mosel-Lahn

Rhein-Mosel-Lahn-Tour, 23. November 2014
Fahrbedingungen erschwert durch streckenweise äußerst dichtem Nebel
Fotos lassen sich durch anklicken vergrößern

Laut Wetterbericht sollte der Sonntag Sonne und annehmbare Temperaturen bieten.
Nach einem Blick aus dem Fenster war von früher Sonne, im Gegensatz zum Freitag, nix zu erahnen, geschweige denn zu sehen. Es war schlicht grau, kalt und unfreundlich.

Also habe ich erst den Kater versorgt, meinen Compi angeworfen und diverse Fotos bearbeitet.
Mein Blick später durch das Fenster zeigte mir nichts Neues, immer noch grau, kalt und unfreundlich.
Gegen 09.45 Uhr rief ich die Wetter-Webseite auf. An sich keine so trüben Aussichten, sollte sich der Nebel auflösen.
Da ich eigentlich an die Mosel wollte, informierte ich mich über das Wetter in Koblenz. Dort wurde schon für den frühen Morgen beste Sonne angesagt, desgleichen bei Cochem.
Sofort habe ich den Compi heruntergefahren und mich landfein zugerichtet. Zwischenzeitlich überlegte ich mir, wie ich nach Koblenz fahren sollte. Die BAB mag ich nicht, dort sind mir zu viele „Bekloppte“ unterwegs. Die Strecke mit der Fähre von Rüd zur B9 nach Bacharach über Rheinbölln und Umland zur Mosel war für die kurzen Tage dieser Jahreszeit zu lang, denn ich möchte nicht auf dem Heimweg im Dustern inkl. unvermeidbarem Nebel durch Wald, Wiesen und Felder fahren. Da bleibt als flotte Variante nur die B42. Einige Handgriffe zur weiteren Versorgung des Katers waren schnell getan. Gegen 10.35 Uhr stand ich aufsitzbereit am Mopped.
Auf dem Weg nach Rüdesheim fiel mir ein, dass die B42 nach der Rüd-B9-Fähre gesperrt ist und eine Umleitung von Geisenheim über die Berge nach Presberg zu fahren ist.
Es war frisch und diesig, aber erträglich und ich konnte zügig fahren.
DAS änderte sich allerdings, als ich von Geisenheim aufwärts fuhr. Der Nebel bot bestenfalls eine Sichtweite von vielleicht gut 60-70 Meter.
Leider wurde der Nebel dichter und dichter, je höher ich in die Berge kam. Zuletzt war die Sicht noch nicht einmal von Pfosten zu Pfosten gegeben.
Der PKW vor mir war überhaupt nicht mehr zu sehen.
Tja, Scheibenwischer müßte man haben, denn alle paar Sekunden mußte ich das Visier freiwischen. Mit um die 50 kmh ging es durch die gräuliche Brühe. Ich wußte, dass die Straße irgendwann links nach Presberg führte. Das Hinweisschild tauchte nur schemenhaft und ziemlich plötzlich vor mir auf. Die Abbiegung hatte ich also erreicht.
Obwohl ich es mir nicht vorstellen konnte, wurde der Nebel noch dichter. Der Gegenverkehr tauchte sprichwörtlich erst „dicht vor der Nase“ auf, immerhin erreichte ich nun Presberg…. perfekt eingehüllt in lebhaft dichtem Grau.
Ein paar Leute tauchten aus dem Nebel auf. Ich bemerkte erstaunte Gesichter über das Mopped, „das aus dem Nebel kam“ und durch den Ort fuhr. Ich konzentrierte mich weiter auf die Straße und verließ Presberg. Jetzt ging es eine sehr kurvige Strecke hinunter ins Wispertal. Vor mir bewegte sich ein PKW mit Bonner Kennzeichen. Der Fahrer eierte ziemlich herum und ich eierte demzufolge hinterher. Mehr war bei der Sichtweite nicht empfehlenswert, denn es gab schon reichlich Gegenverkehr.
Je weiter die Straße abwärts führte, umso besser wurde Sicht. Bei der nächsten Möglichkeit ließ ich den Bonner hinter mir herumeiern. Bis hinunter zum Wispertal und Lorch wurde es gottlob deutlich heller. Die B42 war zwar diesig, aber nun endlich soweit freie Fahrt.
Siedendheiß fiel mir ein, dass ich meine Medikamente nicht eingenommen hatte. Gottlob befand sich eine „Tagesration“ davon in meinem Schlüssel-Etui. Ich darf nur nicht vergessen, für einen erneuten Notfall wieder nachzulegen.

Von dort oben kam ich


Dort wollte ich hin


Bei Kaub zeigte sich schon ein wenig blauer Himmel


Über der B9 sah es auch noch nicht berauschend aus


Die Marksburg bei Braubach sonnte sich schon ein wenig


Von Koblenz wollte ich Richtung Hermeskeil nach Alken fahren.
Koblenz suhlte sich im besten Sonnenschein und die B327 zeigte sich auch hell und licht, ungeachtet der noch entfernten Berglandschaft, die wie der Rheingau, neblig verdichtet war.
Nur wenige Kilometer und ich befand mich im Nebel. Wieder wurde es recht undurchsichtig und ich wurde erneut ausgebremst. Kurz vor Pfaffenheck wurde die Sicht allmählich besser und die Sonne bekam viel Platz, sich auszubreiten.
Hinter Pfaffenheck führt eine kurze, aber auch schöne Kurvenstrecke hinunter an die Mosel.

Blick zurück in das noch neblige Pfaffenheck


Die Mosel in sonnigem Licht und schöner Spiegelung


Bei Treis-Karden wechselte ich die Seite, denn die B49 lag größtenteils im Schatten und es war dort auch recht frisch. Die Grasränder und schmale Wiesen neben der Fahrbahn sahen aus, als hätte sich schon Bodenfrost nächtens über das Gras gesenkt. Aufgrund des Sonnenscheins glitzerten die Halme recht verdächtig frostig.
Die Nebeltour hatte mich schon etwas ausgekühlt und ein bisken Sonne konnte nicht schaden. Kurz nach 14.00 Uhr erreichte ich Cochem.

Die Burg


Dort war der Weihnachtsteufel los.
Immerhin konnte man sein Mopped recht gut abstellen, denn noch war Platz vorhanden.
In einem ansprechenden Cafe genoß ich ein Stück super leckere Schoko-Sahnetorte und ein Kännchen Kaffee. Zudem konnte ich mich ein wenig aufwärmen.

Blick vom großen Parkplatz über die Mosel


Zurück gegen 15.00 Uhr ging´s über die B416. Inzwischen waren jede Menge Biker unterwegs. Ich glaube, alles was nicht abgemeldet war, hat sich für eine Tour zur Mosel entschieden, sogar Kölner und Niederländer waren dabei. Ansonsten eher Moppedfahrer aus dem näheren Umkreis.

An der B416 nach Koblenz


Bis Koblenz wurde es eine entspannte und lockere Fahrt bei herrlichem Wetter und kurzen Foto-Pausen.


Hatzenport


Ab Koblenz wollte ich an der Lahn entlang heimfahren. Die Umleitung über Presberg-Geisenheim wollte ich mir nicht wieder antun.
Beim letzten Mal habe ich mich in Koblenz verfahren, glaubte jetzt aber, mir gemerkt zu haben, wo es lang geht.
Ich erblicke die Abfahrt Richtung B9 nach Boppard, dorthin wollte ich nicht, und noch etwas, wohin ich ebenfalls nicht wollte. In unterschwelliger Ahnung, erneut den falschen Abzweig erwischt zu haben, befand ich mich natürlich wieder in der verkehrten Richtung nach Bonn. Immerhin hat es mir sofort gedämmert und habe die nächste Möglichkeit zum Richtungswechsel ergriffen.
Da mir die Stadtteile von Koblenz gänzlich fremd sind, aber die B416 Richtung Metternich bekannt war, entschloß ich mich, die Sache noch einmal von vorn anzugehen. Es klappte auch wunderbar, quer durch die Stadt zur Rheinbrücke und alsbald fuhr ich über den Rhein an die gewünschte Lahn.

Hier war es auch etwas neblig-trüb, aber gut zu fahren, weil hier kaum Leute unterwegs waren.
Und wenn, dann waren sie aufgrund des Wetters sehr zögerlich unterwegs, so daß ich ohne Probleme überholen konnte.

Bahnstrecke an der Lahn in der Nähe von Obernhof oberhalb des Tunnels


Bei Laurenburg nahm ich die Strecke durch´s Rupbachtal. Nebel hin- oder her… irgendwie mußte ich ja heimkommen und irgendwelche Buckel und Täler waren mir dabei immer im Wege und mit weiterem Nebel war demzufolge auch zu rechnen.

Pinkelpause im Rupbachtal


Rupbachtal in Fahrtrichtung


Hinter dem Rupbachtal geht es aufwärts nach Katzenelnbogen.
Auf der Höhe angekommen, gegen 16.00 Uhr, fiel ich vor Erstaunen fast Mopped. Ein wunderbares Bild bot sich mir:
Der Ort liegt in einer Vertiefung und war teils im Nebel versunken, nur die Kirchturmspitze


und einige Häuserreihen in höherer Lage waren zu sehen.


Über dem Nebelstreifen zeigte sich blauer Himmel mit herrlichstem Sonnenschein, der sich zum Abend neigte und dem Nebel eine wunderbare Farbe verlieh.

Einfach nur zauberhaft.

Neblig ging es weiter abwärts nach Zollhaus zur B54.
Am großen Parkplatz in der Kurve, wo während der Saison ein Imbiss-Wagen steht und sich diverse Knieschleifer ein röhrendes Vorbeifahren zwecks Bewunderung geben….


Im weiteren Verlauf wurde es wieder heller.
Bad Schwalbach, Taunus-Wunderland nach Wiesbaden.
Alles in allem war es eine wunderschöne und lohnenswerte Tour für mich….
trotz des dicken Nebels, der mir aber nichts vermiesen konnte.
LHzG


Kommentare


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Alptourer
Schöner Bericht und die gute Sicht für den "Augenblick"...(Foto​s)​
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meself
Die Kombination aus--> Zeit--Wort--Bild--Motorrad--Fr​​eude​​ am Fahren ist es ! ;)
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eifelcat
Hallo Uschi, ich kenne das Gebiet um die Mosel recht gut, komme aus dem Ahr-Tal, das ist ja nicht weit weg. Ich versuche möglichst in der Woche zu fahren, auch aus dem Grund, dass dann nicht so viele Touristen unterwegs sind. Einen Plan, wo ich hinfahre, den habe ich selten. Einfach der Nase lang, hier mal abbiegen, rauf zur Hunsrückhöhenstraße, wieder runter an die Mosel, es gibt viele schöne Strecken dort. Wenn du das nächste Mal in Hatzenport bist, dann fährst du mal das "Schrumpftal" hinunter (oder hinauf, hier ein Link dazu: www.schrumpftal.de). Es ist wunderschön. Dann bei Alf rauf nach Bad Bertrich und in einem Rundbogen wieder runter zur Mosel. Du merkst, ich gerate ins Schwärmen. LG René
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suzi1
Hallo René, im Herbst ist es wunderschön, obwohl die Tage schon kürzer werden. Der Vorteil: es ist nicht so überlaufen und wenn Du kannst, mit einer Übernachtung kann man noch einiges Abfahren. Dir auch eine schöne Saison.
LHzG Uschi
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eifelcat
Wenn ich den Tourenbericht so lese, dann könnte ich ja vielleicht auch noch mal an die Mosel fahren. Ich mag die Gegend sehr. Hast du schön beschrieben. Ich wünsche dir eine gute Saison. dlHzG René
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suzi1
Hallo hardey.... Lieben danke für Deinen Eintrag.
Aber nicht "eure" Tour. Ich war allein unterwegs. Für geselliges Fahren bin ich meist zu spontan. Aber es macht immer wieder Spaß, diese Wegstrecken auch mehrmals im Jahr zu fahren, natürlich auch mit seitlichen Abänderungen, wenn´s im Sommer länger hell ist.
Viel Spaß bei Deinen Touren und LHzG Uschi
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Missing_mini
Gelöschter Benutzer
Hi
kenne teils auch sehr gut die Strecke entlang der Mosel bzw am Rhein, wo unter anderem auch die Marksburg bei Braubach steht. Weiter runter nach Osterspai gehts links zur Lahn nach Balduinstein, wovon man dann nach Bad Ems kommt. Auch ein tolles Ausflugsziel.
Aber eure Tour macht Lust auf die bevorstehende Saison 2015..
Die Linke zum Gruß, Andi
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chopper_bert
Toller Tourenbericht mit klasse Fotos
Gruß chopper_bert
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suzi1
Als fotografierende Moppedfahrerin gerate ich immer in eine Zwickmühle. Eine Kurvenstrecke ohne Unterbrechung zu fahren und genießen, für meine Verhältnisse "sportlich", oder allenaselang abzusteigen, um Fotos von den schönen Aussichten zu machen.
Immerhin, wenn ich nicht mehr fahren kann, habe ich meine Touren-Fotos, an die ich mich hoffentlich dann auch noch erinnern kann... *grins*
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Bergfan
Ja, es gibt hier schöne Ecken. Man muss nur Zeit und Muße haben, sie auch wahrzunehmen.
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