Thema: Enduromania Brebu Nou - the last dance

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bluelion Erstellt am 23.07.2022 , Zuletzt bearbeitet Sa 23.07.2022 von bluelion
Während der langen, langen, langen, sehr langen Rückfahrt von Rumänien nach Hause haben wir darüber nachgedacht, ob wir bezüglich des Erlebten einen Kommentar mitteilen sollten. Wir sind der Meinung, dass gewisse warnende Hinweise bzgl. der ERM sinnvoll erscheinen.

Die EnduRoMania war in der Vergangenheit eine recht beliebte Veranstaltung, die auch mehrmals je Jahr stattfand. Viele bekannte ERM-Team-Namen sind auf einem recht grossen Plakat am Eingang des Camps Brebu Nou zu lesen. Unser Team war 6-mal in Brebu Nou dabei, was einen Vergleich unserer erlebten Einsätze möglich macht. Seit 1995 gibt es diese Enduroveranstaltung, die durch Regeländerung nun zu einem echten Wettbewerb geworden ist. Teams erhalten, nach erfolgter Anmeldung, die sog. Kontrollpunktdaten/Waypoints, mit welchen die zu fahrenden Tracks dann planbar sind. Das Team, welches in 5 Fahrtagen die höchste Punktzahl mittels GPS auf seinem Konto verbucht, ist dann Sieger. Dabei gilt, schwierige und schwer erreichbar WPs haben höhere Punktewerte. Die Veranstaltungsvarianten Classic oder Anytime unterscheiden sich hierbei nicht.

Auf der 1500 Kilometer-Rückfahrt von Brebu Nou diskutierten wir beide unsere Eindrücke und sind der Meinung, dass Interessierte dieses hier erfahren sollten:

1. Die Fahrtkosten sind um ca. 80 % gestiegen. Dieselpreise in D = 1.95, A = 2.00, H = 1.85, RU = 2.00; hinzukommen die sog. Mautgebühren, die für die Länder A, H und RU jeweils bei durchschnittlich 37,- Euro liegen, - denn das preisgünstigere Zeitfenster einer Vignettengültigkeit von 7 Tagen reicht gerade nicht. Vorsicht in Ungarn: beim Kauf der falschen Vignette entsteht ein recht grosser administrativer und geldmässiger Aufwand. Österreich, Ungarn und Rumänien überwachen und prüfen die Vignettennutzung per Kamera.

2. Die Preise im Gästehaus Brebu Nou sind alles andere als rumänienkonform. Sie sind in der Höhe durchaus mit denen der wohlsituierten/reichen europäischen Länder vergleichbar. Hinzukommt, dass die Verpflegung in der sog. Halbpension im Gästehaus Brebu Nou nur als lausig bezeichnet werden kann; - dies in Menge und Qualität. Ein menschlicher Organismus, der während eines Fahrtages im Outback bis zu 4000 kcal verbrennt, benötig danach hinreichende Nahrungszufuhr. Dies ist im Camp-Gästehaus keineswegs gewährleistet. Das Preis-Mengen-Qualitätsverhältn​is​ ist derzeit in absoluter Schieflage.

3. Eigentlich, und eigentlich ist wirklich ein sehr schönes Wort, sollten die Teams aktuelle Navigationssoftware und Datenupdates bei ihrer Ankunft erhalten. So stehts geschrieben (enduromania.net). Wir erhielten lediglich die neue ERM-Plakette und bezahlten dafür die Waldeintrittsgebühr. EnduRoMania-administrativ passierte sonst nix. Ein Beginner-Team hätte sich selbst aktiv um Informationen bemühen müssen.

4. Die Abrechnung am letzten Tag entstand irgendwie; wie mit der Zielgenauigkeit eines Schusses aus der linken Hüfte, wurde die Rechnungsstellung durchgeführt. Lei-Umrechnungen wurden mit einem auffälligen Ausländerfaktor versehen. Das Geld musste bar übergeben werden, denn Kartenabrechnung ist aus unbekannten Gründen nicht möglich. Es gab keine Quittung! Am letzten Abend (vor der Abrechnung) kauften wir eine Flasche 5-Sterne-Metaxa (niedrigste Qualitätsstufe) und bezahlten dafür 50 Euro. Bei einem Einkaufspreis von max. 12 Euro (Deutschland) und einem Gästehaus internen Kostenzuschlag mit dem Faktor 3 (üblich in deutschen Restaurants) hätten wir max. 36 Euro bezahlen dürfen. Aber hier im rumänischen Gästehaus der EnduRoMania, hier im Camp Brebu Nou, wo sich ja die reichen deutschen Endurofahrer/innen zu ausgelassen Festen während und nach des 5-Tage-Wettbewebs treffen, sind asymmetrische Preise wohl sinnvoll. Dies gilt auch für die Zimmerpreise, welche an anderen rumänischen Enduro-Orten deutlich anders sind.

5. Der Wald, das Outback an sich, ist weitläufig und sehr erlebnisreich. Wir durften trockene Tage mit niedrigem Wasserstand in Bächen und in kleinen Flüssen erleben. Unsere Fahrerlebnisse können wir als wirklich «super» bezeichnen.

6. Es gibt wohl diverse persönliche Gründe, warum auch nach Corona, die Menge der teilnehmenden Teams sehr niedrig ist. Derzeit finden pro Jahr nur noch 2 Classic-Veranstaltungen mit jeweils einer recht überschaubaren Anzahl von Teilnehmenden statt. Auch die staatlichen Auflagen sind in den letzten Jahren verschärft worden. Ein recht neues Gesetz verbietet eigentlich das freie Endurofahren in den Wäldern, - aber eigentlich ist ja ein schönes Wort; - dennoch sind Enduro-Wettbewerbe immer noch möglich.

7. Resümee: Es besteht für uns beide kein adäquater Aufwand-Nutzen-Zusammenhang bezüglich einer weiteren Teilnahme an der ERM. Die langen Fahrtzeiten mit Anhänger, die hohen Fahrtkosten, überzogene Preise im Gästehaus, die fehlende Betreuung, die lausige Verpflegung…. führte bei uns zu einem erlebten nicht-akzeptablen Gesamtset. Dies war "the last ERM-dance". Wir kennen ganz andere Verhältnisse an Enduro-Orten in Frankreich und Spanien.

Tipp: Treibstoffe grundsätzlich mit Karte bezahlen oder in der jeweiligen Landeswährung, - nie bar mittels Euro begleichen wollen, denn die Verkäufer benutzen einen sehr, sehr ungünstigen Umrechnungskurs in Forint und Lei.


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Pitbull Erstellt am So 24.07.2022
Guter Bericht !!
Die Lebensmittelkosten sind in RO teilweise höher, als in D ,
das hat mir ein Freund bestätigt !!
Die können sich auch bei deutschen Supermarkt Verbrechern bedanken ,
da es früher günstiger war,
gilt auch für andere Ostländer !!

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Anuk Erstellt am Mi 03.08.2022
Meinst Du die Red Bull Romaniacs ?
Graham Jarvis gewonnen, und das mit 50.
Ist es nicht schon lohnenswert diesen Gott des Hardt Enduro fahren zu sehen ?
War auf dem letzten Red Bull Knock Out in Den Haag.
Hat sich schon nur für Lettenbichler und Jonny Walker gelohnt.

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TDM-Tom Erstellt am Do 04.08.2022
... "Achselzucken" willkommen im Kapitalismus! Und meine Annahme, warum Männer mittleren bis gehobenen Alters (und Gewichtes) in : Bulgarien, Rumänien, oder Thailand Urlaub machen, behalte ich hier mal für mich!!!

Immer Unfallfreie Fahrt gewünscht!

Deaktiviert

Anuk Erstellt am Mi 17.08.2022
Hey Einzig-Wahrer-Tom
Wie kommst Du denn um die Ecke ?
Absolut witzig ….
Einzig wahre Fragen halt ….. 😁😁😁
Aber das scheint hier sowieso mal wieder nur ein „Geister-Fred“ zu sein.
Dead man walking ….

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bluelion Erstellt am Mi 17.08.2022
... "Achselzucken" willkommen im Kapitalismus! Und meine Annahme, warum Männer mittleren bis gehobenen Alters (und Gewichtes) in : Bulgarien, Rumänien, oder Thailand Urlaub machen, behalte ich hier mal für mich!!!
Immer Unfallfreie Fahrt gewünscht!


Werter Tom-Tom

Vielen Dank für deinen kreativen Beitrag.

Ich gehe mal davon aus, dass Du viel Erfahrung mit der Teilnahme an Rallyes in sog. Ostländern hast. Ich hoffe auch, dass dein detaillierter und faktisch abgesicherter Kommentar von den meisten Leser/innen gut verständlich ankommt, und Du damit viele Follower einstecken kannst.

Wünsche Dir einen schönen Sommer und viel Spass im Enduro-Outback.

VG

Bluelion



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bluelion Erstellt am Mo 14.11.2022
Meinst Du die Red Bull Romaniacs ?
Graham Jarvis gewonnen, und das mit 50.
Ist es nicht schon lohnenswert diesen Gott des Hardt Enduro fahren zu sehen ?
War auf dem letzten Red Bull Knock Out in Den Haag.
Hat sich schon nur für Lettenbichler und Jonny Walker gelohnt.


Hallo Anuk, nein, es geht um das hier: http://www.enduromania.net/

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Pitbull Erstellt am So 20.11.2022
... "Achselzucken" willkommen im Kapitalismus! Und meine Annahme, warum Männer mittleren bis gehobenen Alters (und Gewichtes) in : Bulgarien, Rumänien, oder Thailand Urlaub machen, behalte ich hier mal für mich!!!
Immer Unfallfreie Fahrt gewünscht!


Der Ostblock war früher besser ,als heute , da hast für 50 DM eine "Hochzeitsnacht" bekommen!!
Heute sind die alle schlauer und abgewichster ,da wirst vielleicht noch beschissen oder beklaut !! ( kann dir aber hier auch passieren )
Thailand war ich noch nie und den ganzen "Tourismus" habe ich auch nicht nötig !!
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