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Sumisa 08.07.2002

Ammersee - Tourenbericht der Gruppe 5

Wegstrecke 0 km
Länder/Regionen/
Wegpunkte
Bayern
Straßenart
Tour-Motorrad
Schwierigkeit
Schlagworte
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Ammersee - Tourenbericht der Gruppe 5

Ein erlebnisreicher Tag, etwas flotter im Tempo, durch eine einzigartige Landschaft - aber auch mit Schmerzen, Tränen und verlorenen Bikern. Ein Tag eben, den man nicht vergisst.
Nachdem jeder Biker am Freitag eine andere Anreise hatte und bei meinen 20 km nichts spektakuläres abgelaufen ist, ausser dass YamR6 und Mena1 endlich einen kurzen "Standgas-Trip" mit mir fahren konnten, fange ich gleich mit den Erlebnissen des Samstages an:
Treffpunkt war um 10 Uhr rum (eine bayerische Zeiteinheit, da wir Bayern es mit der Pünktlichkeit nicht so genau nehmen *fg*) zwischen Campingplatz und Kreisverkehr. Als Housi und ich dort erschienen, war schon die gesamte Mannschaft versammelt - es standen dort tatsächlich 19! Motorräder. Für zwei allerdings war das zu heftig und sie wechselten in die Gruppe von Ernst, der Super-Genießergruppe. Dafür meldete sich wieder einer an, sodass wir letztendlich insgesamt 20 Bikes waren. Ich erzählte dann ein bisserl was über Verhaltensregeln im Gruppenfahren, leider habe ich mich scheinbar falsch ausgedrückt, denn es kam später zu Missverständnissen. Die Reihenfolge der Fahrer wurde durch sie selbst individuell geregelt, nur Tom-TM, den ich bereits als sehr guten und zuverlässigen Fahrer kennengelernt hatte, bat ich in die Mitte. Housi durfte! den Besen spielen und meine Wenigkeit fuhr voraus.
Wow, musste das ein Bild sein: eine Wahnsinns-Gruppe, eingerahmt von 2 Harleys!
Aber eigentlich waren wir ja zu viert! Zwei vom absolut nördlichsten Deutschland waren auch dabei - und obwohl es dort ja keine Berge gibt, alle Achtung - die Jungs konnten fahren!
Nachdem ich noch betont hatte, dass es nach 100 km den 1. Tankstopp gibt, fuhren wir los: Utting - Dießen - Raisting - Pähl - Weilheim - Marnbach. In Raisting überholten wir ein Pferdegespann mit vielen Ausflüglern drauf. Die waren so begeistert von unserer Gruppe, dass wir aus dem Winken gar nicht rausgekommen sind.
Hier an dieser Stelle ein großes Lob an Housi und Tom, sie sperrten gekonnt die Straßen und die Abbiegerei funktionierte wie am Schnürchen.
Vor Weilheim fuhren wir am Dietlhofer See vorbei, der lockend glitzerte, doch uns stand der Sinn ja nach Motorradfahren und nicht nach Schwimmen.
In Marnbach ging es rechts ab auf eine Nebenstrecke. Diese führt durch Wälder (Schatten-schööön!) und Wiesen, auch Rollsplitt fahren war auf diesen ersten 30 Km drin, denn im Juni werden in Bayern die Straßenarbeiter sehr emsig, nach dem Motto: Reißt die Straßen auf, die Fremden kommen! Das war immer schon so und wird auch immer so bleiben, wir Bayern lieben eben die Tradition. *fg
Dieses Strasserl hat ein paar schöne Kurven, ist aber nicht viel befahren. Sie endet in Antdorf. Dort bogen wir Richtung Penzberg auf eine gut ausgebaute Verbindungsstraße ab. Der erste Ausblick auf die jetzt schon sehr nahen Berge war uns hier vergönnt. Doch gerade diese Straße, mit ihren langgezogenen Kurven wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben.
- So, jetzt muss ich so weitererzählen, wie ich es erlebt habe:
Also, die Fahrt ging nach Penzberg. Am Ortsanfang bogen wir links ab. Prüfender Blick nach hinten, scheinbar alles in Ordnung - ca. 6 Bikes hinter mir, dann zwei Autos, dazwischen noch ein Motorrad.
Hmmmm, wie nur gelangten die Autos in eine 20-köpfige Motorradtruppe????
Mehr war unmöglich zu sehen. Weiter gings durch den Backofen Penzberg hindurch, schrecklicher Verkehr, verursacht durch reges Treiben in der Stadt, war doch da ein Markt zugange. An der Ampel rechts ab Richtung Bichl. Wieder Blick nach hinten, hoppla, die meisten schienen die Grünphase nicht geschafft zu haben.
Am nächstmöglichen Halteplatz - Parkplätze am Straßenrand - Blinker rechts und warten. Mit mir ungefähr 7 Bikes. Doch es kam niemand mehr. Also Motor aus und gleich nach dem Handy gegriffen, hatten doch Housi und ich vereinbart, er würde mich per SMS informieren, wenn was wäre. Leider sah dann diese SMS so aus: Hatten Unfall, doch nichts Schlimmes passiert, nur Blechschaden.
Ich beschloss zurückzufahren und auch die anderen waren nicht zu halten. Wir fuhren zur nächsten Querstraße, die wieder in die Hauptstraße mündet. An der Kreuzung kam uns Daggi entgegen und rief uns zu, dass Susi einen Unfall hatte. Ich nickte und meinte, wir wären schon auf dem Weg zurück und konzentrierte mich wieder aufs Abbiegen, was nicht einfach war, denn der Verkehr war mörderisch. Motorradfreund hatte die rettende Idee und sperrte die von rechts kommende Fahrspur. Noch ein Blick nach links, doch was war das? Lag doch eine Maschine mitten auf der Abbiegespur. Bevor jedoch einer von uns zu Hilfe eilen konnte, war schon ein Passant zur Stelle. - Da soll nochmal einer sagen, die Bayern wären nicht fremdenfreundlich *grins*.
Da nichts passiert war, gings wieder ans Abbiegen und zurück durch Penzberg. Unsere Rückfahrt, ca. 2 km führte uns bis zu einer Kurve auf der Strecke Antdorf - Penzberg. Hier standen die restlichen Maschinen und auch das Unfallbike.
Dieses wurde von Mausebär im Auftrag von Housi zur nächsten Scheune gefahren und da mal versteckt um nicht noch die bayerischen Grünen auf den Plan zu rufen.
Wir wendeten und fuhren dann mit den anderen zum Stadel abseits der Straße um zu pausieren und den ersten gemeinsamen Schock zu verdauen. Hier wurde beratschlagt, wie es weitergehen, Susi wurde getröstet und davon überzeugt, dass sie bei Tom als Sozia mitfahren sollte. Mausebär erklärte sich bereit dafür zu sorgen, dass ihr Bike zum Campingplatz zurückkomme.
Gut, aufgesessen und weitergefahren. Es ging also nochmals durch Penzberg, Richtung Bichl. Alle schafften die Grünphase. Endlich aus der Stadt raus sah ich im Rückspiegel Housi mit großem Tempo die Truppe überholen. Er setzte sich vor mich und fuhr gleich den nächsten Parkplatz an. Dort erklärte er mir, dass plötzlich 2 Bikes ausgeschert wären und die Tankstelle angefahren hätten. Rasch war abgeklärt wer fehlte und nachdem diese beiden wieder bei uns waren, ging es weiter.
Über Langau - Bad Heilbrunn, am Stallauer Weiher vorbei und auch den Blomberg mit seiner Rodelbahn ließen wir hinter uns.
Bad Tölz - Lenggries - Fleck. Hier wurde dann der angekündigte Tankstopp durchgeführt. Bikes und Biker waren durstig - und bis zur Mittagspause hatten wir noch ca. 65 km vor uns.
Nach Fleck rauf zum Sylvensteinsee, eine von Bikern gern gewählte Route
(Achenpass), da sie in weiten Kurven nach oben führt. Am Sylvensteinsee rechts ab nach Vorderiß -Hinteriß.Bemerkenswert an dieser Strecke ist die dreimalige Überquerung der österreichischen Grenze. Nach Hinteriß kam das Mauthäuschen für die Forststraße durch den Naturschutzpark Karwendel. Jeder zahlte 1 € an eine sehr freundliche Dame? im Kassenhäuschen, die keine Gelduld hatte von allen Bikern einzeln den Betrag einzuziehen, und durfte weiterfahren. Wir nutzten derweil die Wartezeit mit einem kleinen Ratsch. Der "große Ahornboden" mit seinen teilweise 600 Jahre alten Bäumen, umrahmt vom Karwendelgebirge, rief. Eine wunderschöne Strecke die klare Riß entlang mit einem herrlichen Ausblick in die österreichischen Berge (Schaufelspitze, Sonnenjoch, Rauher Knoll, Lamsenspitze - alle über 2000 m hoch).
Die Straße endet in der Eng am Alpengasthof im hintersten Rißtal, dem vielleicht schönsten Talabschluss der gesamten Ostalpen und selbst Housi, der doch verwöhnt ist durch die Naturschönheiten in der Schweiz war sprachlos.
Für die Wirtsleute sind wir Biker die liebsten Gäste und obwohl wir uns erheblich verspätet hatten, war das gar kein Problem. Auf der Terrasse traffen wir noch auf die Gruppe mit Ecrisu, deren Pause aber bereits zu Ende war.
Nach dem Essen wurde überlegt, wie wir weiterfahren sollten. Die Tour, die ich ursprünglich vorgeschlagen hatte (Garmisch-Ettal-Reutte-Namlose​r​ Tal-Reutte-Schongau-Dießen) war nun zu lang. Wir wären frühestens gegen 21 Uhr am Ammersee zurückgewesen. Ein paar der Gruppe wollten sie sehr gerne fahren, aber leider musste ich sie enttäuschen. (Mein Vorschlag: Kommt doch mal einfach und wir fahren diese Tour!)
Die Entscheidung fiel letztendlich auf die Weiterfahrt am Achenpass. Tom und Susi, die sich nicht mehr wohl fühlte, bei ihr machten sich nun die Prellungen bemerkbar, entschieden über Wallgau und den Kesselberg zurückzufahren.
Kurz nach 15 Uhr brachen wir auf, legten noch eine kleine Spielrunde Moppedschmeissen ein, der Domino-Effekt macht die Sache so interressant, aber durch Toms Standfestigkeit wurde nichts draus *gg*.
Es war Gott sei Dank wieder nichts passiert und so fuhren wir die Strecke zum Sylvensteinspeicher zurück. Hier hielten wir nochmals an, denn es sollte ja auch mal fotografiert werden. Dieser Stausee wurde in den 50er Jahren fertiggestellt. Das Dorf Fall wurde dabei überflutet und auf Grund seines kristallklaren Wassers, das Trinkwasserqualität hat, ist es bei niederem Wasserstand möglich, Teile des alten Dorfes zu sehen.
Auf der Brücke konnten alle ihre Kameras in Schwung bringen. Nach dem Fotoshooting ging es weiter den Achenpass rauf (941 m, was aber nicht weiter anspruchsvoll war, lag doch der Sylvensteinsee schon auf weit über 800 m). Die Strecke führte uns dann über Kreuth am Tegernsee entlang nach Bad Wiessee. Unter Kennern der Szene wird der See nur Lago di Bonzo genannt. Hier waren die Straßen nass und es hatte scheinbar geregnet. Aber das kümmerte uns wenig, wir waren ja nicht betroffen.
Sumisa war nicht dran schuld, gell Plaggy!
In Bad Wiessee links nach Finsterwald – Waakirchen - Bad Tölz – Königsdorf – Beuerberg - St. Heinrich. Da wir beschlossen hatten, nochmals eine Trinkpause einzulegen, fuhren wir hier rechts, am Starnberger See ein Stück entlang zum Buchschorner Seewirt.
Es war soooo heiß und der See lag soooo verlockend da - aber es half uns nichts, nacktbaden war hier verpönt!
Nach 1 Stunde wurde wieder zum Aufbruch geblasen. Ich erklärte noch, dass wir in Seeshaupt tanken werden, da es für einige Maschinen Zeit wurde.
Nachdem fast alle schwitzend in ihren Monturen auf den Bikes saßen, rief ich auch die letzten per Hupe zum Fertigmachen auf und fuhr die Zufahrtsstraße zur Hauptstraße hinauf. Es reihte sich Motorrad an Motorrad, bereit zur Abfahrt. An der Ortsausfahrt Seeshaupt, nach ca. 7 min Fahrt, rein in die Tankstelle. Nach dem Tanken stellten wir fest, es fehlten 3 Bikes.
Wo waren die auf dieser kurzen Strecke nur verlorengegangen?
Nach einer Zeit des Wartens klärte es sich auf. Pumukel hatte den Anschluss verpasst und stand verlassen an der Kreuzung des Buchschorner Seewirtes und wußte nicht rechts noch links. 2 aufmerksamen Männern unserer Truppe fiel ihr Fehlen auf und hatten sich auf den Weg gemacht, sie zur Gruppe zu bringen. Bei uns angekommen, holte sie tief Luft und wir durften uns unseren Anschiss abholen *g*.
Vollzählig fuhren wir dann weiter über Marnbach - Weilheim - Pähl - Fischen - Dießen an den Campingplatz zurück.
Mittlerweile war es fast 19 Uhr und wir hatten es alle sehr eilig unter die Dusche und zum Treffpunkt Seefelder Hof zu kommen.
Dort war natürlich Susis Unfall und wie sollte es auch anders sein, gewürzt mit ein paar Gerüchten, Hauptthema.
Fazit: Es war ein ereignisreicher Tag mit einer Tour durch eine wunderschöne Landschaft mit einer super Gruppe. Diese war mit 20 Motorrädern die zahlreichste von allen.
Mein Kompliment an jeden einzelnen von euch: Das habt ihr toll gemacht!
Und auch, wenn ich als Harleyfahrerin für den einen oder anderen Reiskocherfahrer (sorry!*gg*) zu flott unterwegs war (man höre und staune), so waren wir doch die zweitlangsamste Gruppe, die Genießergruppe eben.
Tour: Utting - Dießen - Raisting - Weilheim - Marnbach - Antdorf - Penzberg - Langau - Bad Heilbrunn - Bad Tölz - Lenggries - Sylvensteinspeicher - Vorderriß - Hinterriß - Eng - Vorderriß - Hinterriß - Sylvensteinsee - Kreuth - Bad Wiessee - Finsterwald - Waakirchen - Bad Tölz - Königsdorf - Beuerberg - St. Heinrich - Seeshaupt - Magnetsried - Marnbach - Weilheim - Pähl - Fischen - Dießen - Utting.

Kommentare


ABSENDEN

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Ullapool-Biker1961
wenn die nicht irgendwie wieder irgendwo hängen geblieben sind, dann müsstest Du sie jetzt auf Deinem Mailserver haben :-))
GLG
Uwe
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Tom-TM
Toll geschrieben !
... und hat auch Spass gemacht, mit Euch zu fahren !
... schade eben nur, das Susi ausgerutscht ist und nochmal DANKE an ihre Schutzengel!!! Der Rest scheint nicht weiter \"wild\" zu sein, bis auf, dass es doch ganz schön dauert, die benötigten Teile zusammenzubekommen ... aber wir kriegen das Mopped schon wieder hin :o)
... @Fresh: rechter Seitenständer ... immer wieder gerne ;o)
Gruss, Tom :o)
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Sumisa
ja, genau!
Aber wer gescheit war, fuhr auf der Fahrspur und nicht dazwischen und kam mit heilen Reifen durch.
Ist aber trotz allem ein super Treffen.
LG,
Petra
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Sumisa
Hi Uwe,
sag mal, wo und wann krieg ich jetzt die Bilder, die du geschossen hast, zu sehen?
LG,
Petra
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Sumisa
Ist schon recht Daggi,
habs auch nicht so aufgefasst.
Auf bald mal wieder.
LG,
Petra
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Ullapool-Biker1961
Ein toller Bericht, Petra, in dem auch Dein blau-weisser Humor nicht zu kurz kommt :-)) - macht einfach einen Haufen Spass beim Lesen.
Ich freue mich auf die nächste Tour mit Euch, war echt super...
CU
Uwe
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Reino
Laax?! Das ist da, wo die bösen Schweizer die Biker nicht mögen und jede Menge Nägel auf die Straße werfen!! Wahrscheinlich gesponsort von den örtlichen Reifenhändlern. Na, ich weiß nicht so recht, ob das was ist für mich.
Faak? Schau mer mal!
Reino
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jennfloh
hi petra
ich komme ja aus dieser gegend aber so anschaulich wie du das beschreibst habe ich das noch nie in einem reiseführer gelesen !!!
vor allem penzberg ist immer überfüllt man sollte drum rum fahren als kleiner tip für eure nächste tour !
gruß anja
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Sumisa
Freu mich, dass es allen trotz der verschiedenen Widrigkeiten gefallen hat.
Mir hat es auch Spaß gemacht mit euch und das lässt sich sicher wiederholen, nur fahren wir dann gleich ganz anders - Berge wir kommen!
LG,
Petra
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Sumisa
Bsssst, Tina,
musst du alles verraten? *grins*
Freilich hab ich geschummelt mit den Fotos und wenn Manni und Helmut nicht gewesen wären, dann ... wär es zum Heulen gewesen.
LG,
Petra
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