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Ralf1953 29.10.2009

Thüringen

Wegstrecke 0 km
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Wegpunkte
Straßenart
Tour-Motorrad
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Thüringen

Das grüne Herz Deutschlands
Thüringen wird wegen seiner dunklen Wälder und sonnigen Höhen "Das Grüne Herz Deutschlands" genannt. Ein exzellentes Revier für entspannende Motorrollertouren.
Der Weg ist das Ziel
450 km liegen hinter uns - den Rollerfreunden Grenzland - als wir in Suhl, der von Bergen und dunklen Wäldern umgebenen früheren „Waffenkammer Europas“ und Heimat der Mopedlegende „Schwalbe“, ankommen und in der Pension „Stadt Kaffee“ im Herzen der Stadt unser Quartier nehmen.

Stolze Burgen, fallende Wasser und hohe Berge

Eine kleine, schmale Landstraße führt uns nach Schwarza, umgeben von Bergwiesen und dichten Nadelwäldern, am Südhang des Thüringer Waldes gelegen. Am Ortsende lohnt es sich, auf der K 2513 in Richtung Christes abzubiegen und dem kleinen Strässchen durch den Wald zu folgen. Hier macht das Fahren durch eine wundervolle Landschaft einfach nur Spass.
Die Strecke führt weiter über Breitenbach nach Schmalkanden mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern im mittelalterlichen Stadtkern und von dort weiter ins Trusetal. Der Trusetaler Wasserfall fasziniert mit Millionen Wassertropfen und schillernden Regenbögen. Der höchste Wasserfall des Thüringer Waldes ist allerdings kein natürlich entstandenes Naturphänomen sondern künstlich angelegt. Der Schönheit der tosenden, 60 m kaskadenartig ins Flussbett der Truse herabstürzenden, Wassermassen tut dies allerdings keinen Abbruch. Störend sind lediglich das Kassenhäuschen davor und die zahlreichen touristischen Verkaufsbuden.
Wer ein inniges Verhältnis zu Gartenzwergen pflegt, sollten am Ortsausgang unbedingt anhalten, denn hier befindet sich ein Zwergenpark. Über 1.500 Zwerge aller Art sorgen hier für jede Menge Unterhaltung.
Weiter schwingen wir uns auf dem schwarzgrauen Teerband über Bad Liebenstein - dem ältesten und größtem Heilbad Thüringens, wo bereits Goethe kurte - und Gumpelstadt nach Waldfisch. Von hieraus bietet die Landstraße erneut kurvenreichen Fahrspaß durch den Thüringer Wald.
In Marksuhl stossen wir auf die B 84. Sofort wir der Verkehr deutlich stärker und LKW`s quälen sich vor uns durch die Kurven, bis wir schließlich Eisenach erreichen, wo einst Martin Luther zur Schule ging und Johann Sebastian Bach geboren wurde. Hier herrscht ein buntes, lebhaftes Treiben. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Nikolaikirche sowie das Bach- und das Lutherhaus, liegen nur einen Steinwurf auseinander und hoch über der Stadt thront die Wartburg, eines der berühmtesten Wahrzeichen deutscher Geschichte. Martin Luther übersetzte hier das neue Testament und hier soll er mit dem Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben. Nach steilem Aufstieg schlendern wir gemütlich durch das enge, auf einem Felsen gelegene Burgareal und genießen dabei einzigartige Ausblicke auf Eisenach und Umgebung.
Als „landschaftlich schöne Strecke“ ist die „Klassikerstrasse“ ausgezeichnet, der wir in Richtung Wilhelmstal und dann nach Ruhla, gelegen in einem langgestreckten engen Gebirgstal, folgen. Hier kann man, falls es denn die Zeit erlaubt, im Miniaturenpark „mini-a-thür“ über 60 der berühmtesten Thüringer Sehenswürdigkeiten bewundern. (Uns hat es die Zeit leider nicht erlaubt).
Kurve reiht sich an Kurve auf den einsamen Strassen durch den Wald, der nur wenige Lichtungen für einen Rundblick öffnet.
Über Brotterode, Richtung Tabarz und nach dem sogenannten Kleinen Inselsberg, wedeln wir auf engen Serpentinen eine kurvige Pflasterstrasse hinauf zum Großen Inselsberg - für einen Blick über das dunkle Grün ins Thüringer Land aus 916 Meter Höhe. Die Wahnsichtsaussicht reicht bei klarem Wetter bis zum 100 km nördlich gelegenen Harz. Unmittelbar über die Bergkuppe mit seiner imposanten Sendeanlage, die wegen ihrer zylindrischen Form den Beinamen „Thermosflasche“ trägt, verläuft der berühmteste Wanderweg Thüringens – der Rennsteig. Er verläuft auf der 168 km langen Kammlinie von der Werra bis zur Saale und soll in alten Zeiten einmal die Grenze zwischen den Thüringer und Fränkischen Königreichen gewesen sein. Leider ziehen plötzlich tiefschwarze Wolken um den Gipfel auf, sodass wir uns an die Abfahrt machen, ehe sich die die Strasse in eine seifige Rutschbahn verwandelt.
Zwischen den Ortschaften Tabarz und Friedrichsroda kommen wir an der Marienglashöhle vorbei, einer überwiegend durch Bergbau entstandenen Schauhöhle. Der Name Marienglas wird für klare Gipskristalle verwendet und stammt von deren Verwendung als Glasersatz vor Marienbildern. Bei Lust und Muße empfiehlt sich auch ein lohnenswerter Stopp beim fast tausendjährigen Schloss Reinhardsbrunn bei Friedrichroda, wo der Märchenfilm Rapunzel gedreht wurde.
Wir folgen der Landstraße nach Kleinschmalkalden. Eine alte Steinbrücke führt uns am Dorfausgang weiter nach Seligenthal. Zwei Besucherbergwerke liegen am ansonsten touristisch wenig interessanten Weg Richtung Floh-Seligenthal. Bald darauf kommen jedoch wieder die ersehnten Kurven, die später in eine Höhenstraße übergehen, von der wir eine wundervolle Aussicht auf golden blühende Rapsfelder haben.
In Ruppberg biegen wir auf eine kleine Nebenstecke ab, welche uns kurvenreich wieder zurück nach Suhl führt. Der Ruf nach einer Stärkung für Scooter und Mensch wird lauter und wir lassen den Tag bei einem leckeren Hasseröder Pilschen - oder auch 2 oder 3 oder… - genussvoll ausklingen. Rollern im Thüringer Wald macht eben hungrig und durstig.
Lebendige Geschichte, grüne Höhen und ein dunkles Tal

Wolkenloser, blauer Himmel, Sonnenschein – ein Tag wie geschaffen für eine lustvolle Rollertour.
Einsam ist die gut ausgebaute, kurvige Strecke durch die Thüringer Wälder. Vorbei am Rennsteiggarten mit seinen fast 4.000 seltenen Pflanzenarten aus den Gebirgen Europas und der Welt erreichen wir Oberhof, die frühere „Kaderschmiede“ des Wintersports, mit Skisprungschanze und Eisrodelbahn. Weltmeisterschaften, Weltcups, internationale und nationale Wettkämpfe haben Oberhofs Ruf als Wintersportzentrum geprägt. Hier auf über 900 m Höhe, dringt die Kälte schnell durch unsere Motorradhandschuhe. Ja haben wir denn tatsächlich noch Winter ?
Am idyllisch gelegenen Technikmuseum Tobiashammer in Ohrdruf legen wir eine kurze Rast ein.
In Wachsenburggemeinde, am 1. Deutschen Bratwurstmuseum, treffen wir Lucy und Hansi vom thüringer Rollerclub „Die Roller“. Gemeinsam steuern wir flott über die „Klassikerstrasse“ Erfurt an. Thüringens Städte haben es „in“ sich, wie wir beim Bummel durch die Landeshauptstadt feststellen. Das Ensemble von Mariendom und St. Severi Kirche und natürlich die Krämerbrücke – die komplett erhaltene, längste bebaute Brückenstrasse Europas - ist beeindruckend. Wer gerne auf Entdeckungsreise geht, dem hat Erfurt wirklich einiges zu bieten.
Natürlich führt auch an Weimar kein Weg vorbei und so geht es über die Zwei-Burgen-Stadt Kranichfeld, durch blühende und duftende Landschaften soweit das Auge, reicht weiter zur Kulturhauptstadt des Jahres 1999. Immerhin stehen zahlreiche einzigartige Objekte Weimars auf der Liste des Weltkulturerbes. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, das Cranach Haus, Goethes Wohnhaus, um nur einige zu nennen. Irgendwie ist auch die „Roster“, die thüringer Rostbratwurst, ein Kulturgut und so gibt es am Bratwurststand am Markt vor der Weiterfahrt erst einmal eine Stärkung. Zurück am „Platz der Demokratie“ stellen wir fest, dass die Ordnungsmacht Weimars kein Pardon kennt – 15 € kostet jeden von uns das Sightseeingvergnügen wegen Parkens auf dem Bürgersteig.
Die Bier- und Burgenstrasse führt uns weiter nach Rudolstadt, am Ufer der Saale in einer waldreichen Landschaft am Eingang zum Schwarzatal gelegen. Über der Stadt erhebt sich weithin sichtbar die Heidecksburg. Das ehemalige Residenzschloss birgt in seinen Innenräumen eine Fülle von architektonisch und kulturhistorisch wertvollen Kostbarkeiten. Am Fuße der Burg lädt die historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, ihren Kirchen und Renaissancehäusern zu einer Rast ein.
Noch vor Bad Blankenburg lockt die Burg Greifenstein zu einem kleinen Abstecher. Die Burg an sich ist sehr schön und lohnt sicher einen Besichtigungsstopp. Wir grüßen die Burg heute jedoch nur aus der Ferne und streben zügig auf Bad Blankenburg zu. Hier stoßen wir auf den kleinen, dahinplätschernden Fluss Schwarza, ehe dieser in die Saale mündet.
Wir halten uns in Richtung Schwarzburg und sind bald mittendrin im wildromatischen Schwarzatal, dem Tal der Porzellanherstellung und Glasbläser. Schmal und kurvig schlängelt sich die enge Straße im Licht und Schattenspiel an der Schwarza entlang, gesäumt von hohen, dunklen Tannen und steilen Felsen. Eher gemächlich geht es hier voran, sodass sich diese Zuckerstrecke einfach nur schön genießen lässt.
Eine kleine Nebenstrecke führt steil bergan nach Oberweißbach, der Bergstation der legendären Oberweißbacher Bergbahn in mitten des "Thüringer Kräutergartens", einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft. Die unter Denkmalschutz stehende steilste Standseilbahn der Welt zum Transport normalspuriger Eisenbahnwagen überwindet von der Talstation Obstfelderschmiede bis Lichtenhain/Bgb. auf einer Strecke von 1.360 m einen Höhenunterschied von 320 Metern. Der schier endlose Blick von hier oben über die Höhen des Thüringer Waldes ist phantastisch.
Nicht zu enge, geschwungene Kurven, die wunderbar zu fahren sind, geleiten uns von Neuhaus am Rennweg nach Katzhütte. Auf den verkehrsarmen Strassen könne wir jetzt auch einmal die Gashand arbeiten lassen. Da macht „Kurven räubern“ doch gleich besonders viel Spaß!
Als sich die Sonne anschickt, im Westen zu versinken, erreichen wir wieder Suhl und hier endet dann auch unsere Reise durch das Land der einzig echten Rostbratwürste, dem Land von Luther, Bach und Goethe.
Tour 1
Suhl – Albrechts - Benshausen – Schwarza – Schmalkanden – Trusetal – Bad Liebenstein – Gumpelstadt - Waldfisch – Marksuhl – Eisenach – Wilhelmstal – Ruhla – Botterode – Tabartz – Friedrichsroda – Kleinschmalkanden – Floh-Seligenthal – Steinbach-Hallenberg – Ruppberg – Meglis – Suhl
Tour 2
Suhl – Oberhof – Ohrdruf – Crawinkel – Arnstadt – Erfurt – Kranichfeld – Weimar – Blankenhain – Rudolstadt – Bad Blankenburg – Schwarzatal – Oberweißbach – Katzhütte – Neustadt am Rennsteig – Schmiedefeld am Rennsteig – Suhl
Bilder
Gibt es hier >>> http://christian-peters1.medio​n-fotoalbum.de/​
(c) Ralf, www.motorroller-info.de

Kommentare


ABSENDEN

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ikkes
danke für die schöne umschreibung meiner heimat.und es gibt noch viel mehr dort.Mfg
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tomtom1000
Schöne Fotos, hat mir sehr geholfen. Bin in 2011 auch dort und werde einige eurer Haltepunkte anfahren.
Gruß Roland
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Ralf1953
Thüringen wird wegen seiner dunklen Wälder und sonnigen Höhen "Das Grüne Herz Deutschlands" genannt. Ein exzellentes Revier für entspannende Motorrollertouren.  mehr...
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Missing_mini
Gelöschter Benutzer
Den Teufel mit Tinte bewerfen? Weihwasser hätte Luther nehmen müssen!
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