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friedmann 18.05.2008

Harley E-Glide jagt Kawasaki 1400 GTR

Wegstrecke 0 km
Länder/Regionen/
Wegpunkte
Dolomiten
Straßenart
Tour-Motorrad
Schwierigkeit
Schlagworte
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Harley E-Glide jagt Kawasaki 1400 GTR

Das „Duell“ in den Dolomiten zeigte einmal mehr, dass der, der eine Harley mit Behäbigkeit assoziert, noch keine gefahren hat.
Eine Gruppe von 8 Bikern(zeitweise 10)fand sich im Rahmen eines Lesertreffens zusammen und verstand sich blendend. Man eroberte zusammen einen Teil der Dolomiten, tauschte Lebenserfahrungen und Hobbys aus und lachte viel und häufig.
Die Zeitschrift Motorrad & Reisen veranstaltet jedes Jahr in der zweiten Maiwoche ein Lesertreffen in den Dolomiten, genauer gesagt im Schloss Latemar, gelegen im sagenumwobenen Rosengarten.


Rosengarten, Karersee, Latemar, Karerepass…
In das Zentrum der Sagenwelt um König Laurin und sein Los, um Zauberer, Hexen und Feen, führen mit Tiers und dem Eggental schluchtartige Zugänge im Porphyr mit einer teil atemberaubenden Straßenführung.

Dort beherrschen grau-weiße Zinnen und Zacken die mächtigen Dolomitenblöcke, zwischen denen zu dieser Zeit noch weiße Schneefelder eingestreut sind, das Bild.

Mit jeder Straßenbiegung unvergessliche Bilder und bleibende Eindrücke aus dem Herzen der Dolomiten und die Urkräfte der Natur zum Greifen nah.
47 Leserrinnen und Leser waren mit 40 Bikes angereist um 8 Tage lang die Annehmlichkeiten des Hotels „Castel Latemar“ zu genießen, in erster Linie aber die kurvenreichen Strecken zu den Pässen zu er-fahren.


Frank Klose, der Herausgeber von Motorrad & Reisen und Organisator der Dolomitentouren, hieß die Teilnehmer beim ersten gemeinsamen Abendessen willkommen und teilte vor dem Essen bereits die 4 Gruppen ein. Da gab es die Schnellen (man sagt auch die Knieschleiferfraktion) , die Flotten und die Gemütlichen. Mit einer Harley E-Glide, hat man da nicht viel Auswahl, also meldete ich mich bei der gemütlichen Gruppe an. Dann gab es noch ein kostenloses T-Shirt mit dem Aufdruck „Motorrad & Reisen“, damit keiner verloren gehe und ein wenig Werbung war ja auch nicht schlecht.
Das Essen, freundlich und flott serviert, war hervorragend, das Zimmer und das bequeme Bett versprachen einen tiefen und traumlosen Schlaf.




Ausgeruht kam ich am Sonntagmorgen zum Frühstück, wo ein aufgebautes Büffet keine Wünsche offen ließ.
Bereits um 9 Uhr standen die meisten Moppeds im Hof, gewaschen und poliert, um 10 Uhr war die 1. Ausfahrt geplant, mittendrin eine rot-schwarze E-Glide mit dem Staub von 550 km Anreise auf Blech und Chromteilen.
Die 4 Tourguides Frank, Hans, Olaf und Rudi suchten ihre Schäfchen zusammen. Rudi unser Guide, ließ nicht unerwähnt, dass wir nicht heizen wollten, gemütlich und erholsam sollte es sein. Bei der Reihenfolge meldete ich mich an die zweite Stelle, Rudi quittierte es mit einem väterlichen Lächeln (da hat man einen älteren Fahrer mit einer HD immer im Blick), es folgten Thomas mit einer Suzuki DL 1000, Andreas mit der BMW K100LT, Karl-Heinz mit seiner BMW K1200LT, Jürgen mit einer R1150GS, Boris mit einer Cagiva Elefant 750 und als Ausputzer Simon mit einer Kawa KLV 1000.






Ein paar Erklärungen zum Gruppenfahren und Rudi setze sich mit seiner Werkskawa 1400GTR an die Spitze. Ich fühlte mich gut aufgehoben, vor allem weil ich den älteren Herrn vor mir als besonnenen und routinierten Fahrer einschätzte.
Nach dem gemeinsamen Tanken ging es dann zur Sache, es ist müßig an dieser Stelle die Strassen und die Pässe beschreiben zu wollen, jeder Dolofahrer weiß wovon ich rede, wer es nicht weiß (Sigi war einer davon,dazu aber später mehr) der muß es selbst erleben und erfahren.
Rudi legte einen flotten Fahrstiel vor und ich hielt mich an die Gruppendisziplin, Anschluss halten und den Hintermann nicht aus dem Rückspiegel zu verlieren. Das war nicht immer einfach, denn Thomas hatte wenig Erfahrung und Rudi zuviel Temperament. Irgendwann muss Rudi dann an seinem Motorrad gezweifelt haben, denn die Harley klebte wie Haftcreme an seinem Hinterreifen. Hin und wieder musste ich ihn dann doch ziehen lassen, weil mir Thomas sonst verloren ging.

Im Laufe der Woche wurde aber Thomas so gut, dass ich Rudi wieder ins Visier nehmen konnte, Thomas mir aber immer wieder im Nacken saß. Stillschweigend hatten sich die ersten drei auf ein Kräftemessen eingelassen, das aber in erster Linie zwischen Kawa GTR und HD E-Glide ausgetragen wurde. Wenn Rudi auf gerader Strecke, und die sind in den Dolomiten nicht so groß, ein paar Meter gut machen konnte, holte ich ihn spätestens am Berg und in den Kurven wieder ein. Das Schleifen meiner Trittbretter bewahrte ihn allerdings davor, in der Kurve überholt zu werden. So gesehen konnte ich ihm die Führung nie streitig machen (wollte ich auch nicht), denn hin und wieder führte er uns mit seinem tomtom auf Wege, die für ein Wettrennen nicht geeignet waren. Deshalb nannten wir ihn TomTom-Rudi, letztlich hat jeder in der Gruppe seinen Spitznamen bekommen, ich hatte ja meinen schon-Roter Baron (siehe Bericht Biker.de vom 03.08.2006)
TomTom-Rudis Maschine wird von Kawasaki wie folgt beschrieben:
NEUE DEFINITION FÜR SPORT TOURING
Bislang unterlagen Sport-Tourer Kompromissen. Kawasaki allerdings geht keine Kompromisse ein. Sie haben das Triebwerk der alles übertreffenden ZZR1400 genommen, dem stärksten Hyper-Sportmotorrad der Welt, und so überarbeitet, dass der 1400GTR Mega-Sport-Tourer, mit 114 kW/155 PS bei 8800/min sowie ein maximales Drehmoment von 136 Nm bei 6 400 U/min genau die Kraftentfaltung liefert, wie sie Leistungsfetischisten fordern. Dazu spendiert Kawasakis einzigartiger Monocoque-Rahmen das Maß an Komfort und Gepäckvolumen, das nötig ist, um selbst enorme Distanzen einfach zu überbrücken.

In einem Fahrbericht kann man über die HD vom Roten Baron folgendes lesen:
Opulente Optik, Fernstreckentauglichkeit und zahllose Komfortdetails machen das Flaggschiff FLHTCU Ultra Classic Electra Glide zum Reisefahrzeug schlechthin. Begleitet von spürbaren, indes kaum störenden Vibrationen liefert der 1 455 ccm große V-Twin-Motor mit elektrischer Einspritzung eine Leistung von 52 kW/71 PS bei 5 450 U/min sowie ein maximales Drehmoment von 123 Nm bei 3 400 U/min. So macht sich denn rasch gelassene Abgeklärtheit breit, die dazu führt, dass man bei gemütlichem Tempo durch die Lande cruist.

Unterschiedlicher konnten also zwei Motorräder gar nicht sein, von dem Gewicht ganz zu schweigen. Wenn auch die Kawa letztlich die Nase vorn hatte, konnte der Rote Baron mit seiner HD ein altes Vorurteil ausräumen, nämlich dass Harleyfahrer die Spritzigkeit ihrer Maschinen nicht zu händeln wissen. Die Gruppe von TomTom-Rudi weiß es nun besser.

Das Kräftemessen hat Spass gemacht und Thomas, der immer einen passenden Spruch drauf hatte, hat am meisten dabei gelernt und hieß am Ende Sprüche-Thomas.
Die Dolomiten um diese Jahreszeit zu bereisen hat viele Vorteile, zum einen wenig Verkehr, es liegt zwar noch meterhoch Schnee,



aber die Strassen sind trocken. Zum anderen beginnt in den Tälern die Natur mit Gewalt zu blühen und das wiederum lässt den Biker die Nase in den Wind halten. Düfte von Akazien, Kastanien und Flieder wirken wie betörendes Parfum. Auch die ersten Blumen wagten sich hervor.

Vor dem Abendessen wurde dann das Bildmaterial „umgeladen“. Simon unser IT Experte, was lag näher als ihn Gigabite-Simon zu nennen, hat die Bilddaten von den unterschiedlichen Chips runtergeladen. Sprüche Thomas hatte seinen Rechner dabei und am Ende hatte er 8,4 GB Bild- und Filmdaten auf der Festplatte.

TomTom-Rudi ist ein sympatischer Tourguide, aber einmal hat er uns ganz schön in die Irre geführt und wir standen in einer Sackgasse vor einem Betonmischer. Kurz vorher hatte TomTom-Rudi einem Lkw huppend klar gemacht was er von dessen Fahrkünsten hielt. Und genau dieser Lkw fuhr jetzt rückwärts in die Sackgasse und drohte uns alle in den Betonmischer zu drücken.



Ich bin ja nicht der schnellste , wenn es darum geht das Schwermetall zu wenden, aber diesmal gelang es mir. Karl-Heinz mit seiner „Dicken“ 1200 LT hatte es da einfacher, er fuhr den hydraulischen Hauptständer aus, drehte die Maschine in Fahrtrichtung und rauschte zwischen Hauswand und Lkw aus der Falle. Seitdem heißt er Ständer-Kalle. Nach diesem Schrecken brauchten wir erst einmal einen Herzschrittmacher in Form eines Cappus.

Es gab einige Erlebnisse die man als normaler Biker nicht für möglich halten würde, z.B. ist mir die HD durchgegangen, weil der Tempomat spinnte, Gigabite Simon hat da einen gehörigen Schreck bekommen. Bei der Proseco Tour sind wir dann alle ein wenig durchgeknallt, weil das Zeug kostenlos war und so gut geschmeckt hat.





Wir hatten aber immer noch den Nimbus der Gemütlichen und so gab man uns zwei weitere Biker anheim. Der eine hatte tags zuvor einen Ausrutscher in die Leitplanke und so hieß der Leitplanken Friedhelm, trotz Prellungen hat er aber immer Anschluss gehalten.

Der zweite Biker, Siegfried , kam vom flachen Hannoveranischen Land und fuhr eine nagelneue BMW R 1200 R. Er fühlte sich in der flotten Gruppe überfordert, denn seine Kurvenerfahrung hatte er in der Autobahnausfahrt A7-59 AS Laatzen gesammelt, die er mehrmals wöchentlich allein oder mit Frau Christa befuhr. Damit nun Siggi die Dolomitenkurven ungestört erleben sollte, hatte TomTom-Rudi Siggis Angetraute Christa überredet auf meinem Sofa Platz zu nehmen.
Während nun Siggi in gewohnter Flachlandmanier die Kurven nahm und damit die hinter ihm fahrenden um den Spaß brachte, konnte ich Christa beeindrucken wie
man mit einer HD in die Kurven geht. Beim ersten aufsetzen der Trittbretthalterung ist ihr schier das Herz stehen geblieben und sie hat die Augen zugemacht. Alles in allem hat sie es dennoch genossen und sich als gute Sozia bewährt.

Andreas, der Schweizer hatte über Nacht das Standlicht seiner LT brennen lassen, folglich war am nächsten Tag die Batterie leer. Das Laden mit dem Ladegerät brachte in der kurzen Zeit nicht den gewünschten Erfolg und so musste Hotelier Hans mit seinem Golf Starthilfe leisten. Beim Sarten hustete die BMW ganz schön, was Andreas den Spitznamen Ricola-Andreas einbrachte.

Am Abend gab Jürgen eine Runde Grappa aus, was ihm den Namen Grappa-Jürgen einbrachte, sein Freund Boris, der von Beruf Kunstschmied ist, bekam der Einfachheit halber den Namen Amboß-Boris. Dann gab es noch Igel-Heike, sie hatte blondes kurzes Haar, war frech und sexy.


Tragischer Held wider Willen war der Guide Olaf, der ebenfalls mit seiner BMW in die Leitplanke rutschte und sich den Namen Felgen-Olaf verdiente.
Ein Abstecher nach Meran war goldrichtig, denn dort gibt es die wichtigsten Dinge für den Biker, zumindest den Single - Alimentari et bella Signorinas. Also Jungs auf nach Meran, dort warten Alicia, Maria und Gina.




Zu guter Letzt ein Dank an die Organisatoren, an die Wirtsleute Anni und Hans und das Servicepersonal Eva, Kristina und Janosch.
Bildauslese:











M&R-Partnerhotel "Castel Latemar" Karerseestr. 136
I-39056 Karersee/Welschnofen, info@motorradhoteldolomiten.de​
www.motorraddolomiten.de
www.motorradundreisen.de
Text und Fotos: Roter Baron (Manfred Berwanger)

Kommentare


ABSENDEN

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choosen_man
Guter Bericht!
Kann ich nur bestätigen, meine E-Glide wird auch unterschätzt. Habe letztes Jahr 1000km in 2 Tagen in den österreichischen Alpen abgedüst und ebenfalls so manch Lenkerbeißer das Fürchten gelehrt!
Auch Faak hat´s gezeigt, meine war zwar nicht hochglanzpoliert und nicht autoreisezugerprobt, aber ich bin auf eigenem Gummi angereist. Gruß an alle "ich bin harter Biker, aber jetzt muß ich erst mal mein Moped abladen gehen!"
Gruß
choosen-man
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Missing_mini
Gelöschter Benutzer
Spende auch mal 10 points, trotz Fotos in Briefmarkengröße. *fg*
;o) Uwe
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Missing_mini
Gelöschter Benutzer
Hallo Manfred,
find ich gut...:-)). Bis bald hoffe ich mal wieder.
LG Susanne
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BMWrunningG
Auch ein HD - Fahrer braucht ab und zu ein Erfolgserlebnis und wenn einer die Kurven in den Dolos so fahren kann wie Manfred,dann hat er es verdient.
Ich wünsche Manfred noch viele Kurvenreiche Touren
Gruß Gerald
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blumepeter
hallo Manfred und Gerhard
ist doch nur weil die HD in Norwegen langsam fahren muss
LG Peter
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friedmann
Eine Gruppe von 8 Bikern(zeitweise 10)fand sich im Rahmen eines Lesertreffens zusammen und verstand sich blendend. Man eroberte zusammen einen Teil der Dolomiten, tauschte Lebenserfahrungen und Hobbys aus und lachte viel und häufig.  mehr...
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Missing_mini
Gelöschter Benutzer
Hallo Manfred, wie konntest Du Dich nur so "daneben" benehmen, das macht man doch nicht mit einer Harley.
Bis bald
Gruß
Gerhard
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